Washinton - US-Präsident Bill Clinton hat der US-Notenbank nahe gelegt, eine Senkung der Zinsen zu erwägen, falls sich nach ihrer Ansicht die US-Konjunktur zu sehr abschwäche. Clinton sagte in einem am Dienstag veröffentlichten Interview des Fernsehsenders CBS vom Vortag: "Wenn die US-Notenbank glaubt, dass sich die Wirtschaft zu sehr verlangsame, könnte sie wieder eine Senkung der kurzfristigen Zinsen wollen und versuchen, ein wenig mehr Investitionen zu erreichen." Clinton äußerte sich, bevor die US-Notenbank am Dienstag den Zielsatz für Tagesgeld unverändert bei 6,50 Prozent ließ. Clinton machte in den Interview keine Angaben darüber, ob er für eine Senkung der Zinsen sei. Laut dem Interview will Clinton vielmehr nach eigenen Worten bei seiner Politik bleiben, sich nicht in die Arbeit der US-Notenbank einzumischen. Clinton fügte hinzu, er glaube, dass der US-Notenbankchef Alan Greenspan im Wesentlichen eine auf Wachstum und gegen Inflation gerichtete Politik betrieben habe. Greenspan sei dafür, dass die Wirtschaft so sehr wachse, wie dies ohne Inflation möglich sei. Die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte am Dienstag im Anschluss an die Sitzung des für die Zinspolitik verantwortlichen Offenmarktausschusses der Fed (FOMC) mitgeteilt, dass zurzeit Die Risiken einer wirtschaftlichen Schwäche in den USA überwögen. Analysten werteten die Aussagen als Signal für zukünftige Zinssenkungen der US-Notenbank. In den letzten elf Monaten hatten die US-Währungshüter noch bekräftigt, die Inflation sei die größte Gefahr für das US-Wirtschaftswachstum und damit eine eher restriktive Politik signalisiert. Die Fed hatte zuletzt im Mai die Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt auf 6,5 Prozent erhöht. (APA/Reuters)