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Berlin/Kulmbach - In Deutschland herrscht Uneinigkeit über das BSE-Risiko von Wurst und Fleischwaren. Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) sieht weiterhin keinen Anlass, den Verkauf bestimmter Sorten und Produkte zu stoppen. Dem gegenüber forderte der Leiter der Bundesanstalt für Fleischforschung in Kulmbach (Bayern), Klaus Tröger, ein Verzehrverbot für Rinder-Organe wie Lunge und Herz. Das seien "Risikoorgane, die auf die Rote Liste gehören", sagte Tröger in einem dpa-Gespräch. Konsumenten verunsichert Auch neue Überprüfungen hätten ergeben, dass in Wurst aus Deutschland keine Materialien mit einem erhöhten BSE-Risiko verarbeitet würden, sagte Ministerin Fischer am Mittwoch früh im "Deutschlandfunk". Dem EU-Gesundheitskommissar David Byrne warf sie Verantwortungslosigkeit vor. Mit seiner Forderung, bestimmte Wurstwaren aus den Verkaufsregalen zu räumen, habe er die Verbraucher nur verunsichert. "Der Kommissar hat bislang keinen Beleg für seine Behauptung erbracht", dass in der Bundesrepublik Risikomaterialen in die Wurst gekommen seien. Auch Lunge und Herz infiziert Tröger sagte seinerseits, bei der Schlachtung der Rinder per Bolzenschuss würden im Gehirn viele Blutgefäße zerstört. Daher könne der BSE-Erreger über den Blutkreislauf im Körper verteilt werden. Studien in Großbritannien hätten belegt, dass Lunge und Herz auf diese Weise infiziert werden könnten. Zugleich warnte der Forscher vor dem Verzehr von billigen Brüh- und Kochwürsten aus Konserven sowie Leberwürsten und Leberkäse in Dosen. Bis zum 1. Oktober sei es erlaubt gewesen, für diese Produkte so genanntes Separatorenfleisch zu verwenden. "Das ist mechanisch vom Knochen entferntes Restfleisch, bei dem auch Rückenmarkreste mit abgepresst werden", sagte der Experte. Wirbelknochen dürften zwar seit dem Stichtag nicht mehr verwendet werden, aber Konserven und Gläser mit Würsten seien weiterhin im Verkauf, warnte Tröger. Er empfahl den Verbrauchern, Konserven mit Würsten zu meiden und nur qualitativ hochwertige Waren zu kaufen. "Bei teuren Produkten ist der Verbraucher auf der sicheren Seite. Ich würde den Metzger meines Vertrauens vorziehen." (APA/Reuters/dpa)