Laibach - Das slowenische Parlament hat als Reaktion auf eine drastische Zunahme illegaler Einwanderung das Asylrecht des Landes verschärft. Die Zahl illegaler Migranten sei im ablaufenden Jahr um 79 Prozent auf 31.000 gestiegen, sagte Innenminister Rado Bohinc bei der Vorstellung eines Änderungszusatzes zum Asylrecht in Laibach. Mit der Entscheidung am Donnerstag habe das Parlament die Regierung zudem aufgefordert, den Sicherheitsbehörden ausreichend Material und Personal zur Verfügung zu stellen, um die Grenzen nach Ungarn und Kroatien ausreichend zu schützen. Missbrauch des Asylrechts als Haftgrund Nach dem neuen Recht soll der Verdacht auf bewusste Irreführung oder Missbrauch des Asylrechts ein Haftgrund sein. Bis zu einer Entscheidung könnten die Antragsteller in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Mehr als ein Drittel der Einwanderer habe im Jahr 2000 Asyl beantragt, es sei aber nur elf Menschen bewilligt worden. Asylsuchende missbrauchen das Recht, wenn sie falsche Angaben zur Person machen, falsche Dokumente benutzen, falsche Asylgründe angeben, Dokumente absichtlich vernichten oder schon in einem anderen Land Asyl beantragt haben. Slowenien, das als aussichtsreicher EU-Beitrittskandidat gilt, ist ein Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge, die über Südosteuropa nach Italien, Österreich oder Deutschland einreisen wollen. (APA/dpa)