Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht ungeachtet des zuletzt verlangsamten Geldmengenwachstums und des Rückgangs der Ölpreise weiter Preisrisiken für die Euro-Zone. Zwar werde der Einfluss der hohen Energiepreise auf die Inflation allmählich schwinden, doch könne es noch "einige Zeit" dauern, ehe die Inflation auf eine Rate unter zwei Prozent zurückgehe, heißt es im Monatsbericht Dezember, der am Donnerstag in Frankfurt veröffentlicht wurde. Das Wachstum der Geldmenge M3 liege aber immer noch deutlich über dem Referenzwert von 4,50 Prozent. Außerdem wachse die Kreditvergabe an den privaten Sektor weiter kräftig. Beim Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone erwartet die EZB kurzfristig eine Abschwächung. Insgesamt werde sich die Wachstumsdynamik aber fortsetzen. Inflationsunterschiede zwischen Euro-Zonen-Staaten wachsen Zwischen den Staaten der Euro-Zone wachsen nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Unterschiede bei den Inflationsraten. Das Inflationsgefälle zwischen den Staaten der Währungsunion scheine sich seit 1997 vergrößert zu haben, teilt die EZB mit. Sofern die Unterschiede gering blieben und vorübergehender Natur seien, sei dies nicht notwendigerweise ein Grund zur Sorge. Dies gelte auch dann, wenn die Unterschiede darauf zurückzuführen seien, dass Länder der Euro-Zone in Bezug auf Produktivitätsniveau und Lebensstandard aufholen würden. Bei einer erheblichen Differenz bestehe dagegen Handlungsbedarf. Hier seien die nationalen Regierungen gefordert, da die EZB das Inflationsgefälle in der Euro-Zone nicht beeinflussen könne. (APA/Reuters)