New York - Die Vereinten Nationen haben sich auf ein neues Beitragssystem geeinigt. Die Delegationen aus 189 Ländern stimmten dem in langwierigen Verhandlungen ausgearbeiteten Kompromiss am Samstag in New York zu. Er sieht unter anderem eine Kürzung der amerikanischen Beiträge vor. Das neue Zahlungssystem muss noch von der UNO-Generalversammlung abgesegnet werden. Die Vereinbarung drohte noch in letzter Minute am Widerstand Südkoreas zu scheitern. Nach stundenlanger Debatte bemühte sich auch UNO-Generalsekretär Kofi Annan am Samstagvormittag um Vermittlung. Insgesamt 18 Länder hatten sich bereit erklärt, höhere Zahlungen zu leisten, darunter Südkorea, Singapur und Brasilien. Am Samstagmorgen forderten die Delegierten aus Seoul dann überraschend einen niedrigeren Beitragssatz als vereinbart. Unter dem Druck von Delegierten aus mehreren Staaten habe Südkorea schließlich nachgegeben, hieß es aus Verhandlungskreisen. Beitrag der USA sinkt, dafür sollen Schulden bezahlt werden UNO-Generalsekretär Kofi Annan begrüßte die Einigung als einen "fairen und annehmbaren Kompromiss". Er werde eine Ursache ständiger Spannungen in der Weltorganisation beseitigen und "eine normale und konstruktive Beziehung zu der US-Regierung" ermöglichen. Das Abkommen sei "das schönste Weihnachtsgeschenk für die UNO", sagte UNO-Generalsekretär Kofi Annan. Dadurch würden Spannungen zwischen den USA und der UNO abgebaut. Monatelang hatte es wegen der US-Beiträge heftigen Streit zwischen Washington, der Europäischen Union sowie den Staaten gegeben, deren Wirtschaft sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert hatte. Darunter zählen neben Argentinien und Brasilien auch Südkorea, Brunei sowie die Golfstaaten. Sie müssen für die fehlenden Gelder aufkommen, da die europäischen Staaten nicht bereit waren, ihre Budgetzahlungen weiter zu erhöhen. Laut dem Abkommen sinkt der Beitrag Washingtons für das UNO-Budget künftig von 25 auf 22 Prozent. Im Gegenzug müssen die USA ihre gesamten Schulden an die UNO zahlen. Die Reduzierung auf 22 Prozent war vom US-Kongress zur Bedingung für die Begleichung seiner Milliardenschulden gemacht worden. Allerdings stimmte der Finanzausschuss der UNO der amerikanischen Forderung erst zu, als der US-Medienunternehmer Ted Turner versprach, für die im Jahr 2001 entstehende Finanzlücke von 34 Millionen Dollar aufzukommen. Der neue UNO-Bemessungsschlüssel basiert auf dem durchschnittlichen Bruttosozialprodukt eines Landes in den zurückliegenden viereinhalb Jahren. Zuvor waren die vergangenen sechs Jahre zu Grunde gelegt worden. Außerdem bezieht der neue Schlüssel Währungsschwankungen, die Schuldenbelastung und das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung mit ein. (APA/AP)