Linz - Alarm schlägt die Johannes Kepler Universität Linz im Zusammenhang mit den Plänen des Bildungsministeriums für ein neues Dienstrecht an den österreichischen Universitäten. Rektor Rudolf Ardelt bezeichnete in einer Pressekonferenz am Freitag in Linz das vorliegende Modell in der vorliegenden Form als "eine Katastrophe". Ardelt kritisierte das vorgestellte vierstufige Karrieremodell für wissenschaftliches Universitätspersonal, in dem für die ersten drei Sprossen der Karriereleiter (wissenschaftlicher Mitarbeiter, Uni-Assistent und Vertragsprofessor) nur noch befristete Verträge ohne Verlängerungsmöglichkeit vergeben werden. Nur daran anschließend ist die Möglichkeit eines Uni-Professors mit einem unbefristeten Dienstverhältnis vorgesehen. Damit würden die Universitäten nicht konkurrenzfähig gegenüber den Universitäten im Ausland und auch gegenüber der Wirtschaft, wo es keine befristeten Verträge gebe, warnte der Linzer Rektor. Dieses Modell würde zudem dazu führen, dass sich junge Wissenschafter nur noch an den Karrieremöglichkeiten orientieren würden. Das hätte zur Folge, dass sie nur noch an einem hohen wissenschaftlichen Output interessiert seien. Eine Identifikation mit ihrer Universität, Engagement in der Lehre und der Administration gebe es dann nicht mehr. Auch die Mitarbeit an längerfristigen Projekten sei wegen der befristeten Anstellungen nicht mehr möglich. Ardelt stellte in Linz ein Alternativmodell vor, das er auch der Rektorenkonferenz übermitteln wolle. Es sieht - nach entsprechenden Überprüfungen - immer wieder Verlängerungen von befristeten Dienstverhältnissen vor sowie Aufstiegmöglichkeiten in einem Gesamtlaufbahnmodell. Zudem sollte es leistungsbezogene Gehaltsauf- und auch Abschläge geben. Der Vorsitzende des Dienstellenausschusses der Universitätslehrer der Kepler Universität, der Universitätsassistent Alois Birklbauer, ergänzte mit der Forderung, in bestehende Dienstverhältnisse dürfe nicht eingegriffen werden, ansonsten würden nach dem neuen Modell bereits demnächst junge Wissenschafter auf einmal auf der Straße stehen. Österreichweit wären von Befristungen bei Dienstverträgen etwa 1.250 Personen betroffen, an der Linzer Uni etwa 50. (APA)