Wien - Die vom Innenministerium 1997 eingerichtete Meldestelle für Kinderpornografie im Internet hat heuer bereits rund drei Mal so viele Hinweise entgegen genommen wie im vergangenen Jahr. Wurden die Ermittler 1999 mit 504 Informationen konfrontiert, waren es im Jahr 2000 schon Mitte November mehr als 1.400. Rund vier Fünftel davon kamen von Privatpersonen, der Rest von Behörden im Ausland. Mehr als 529 der Hinweise waren verwertbar, 41 davon hatten einen Österreich-Bezug und führten zur Ausforschung von Verdächtigen. 1999 waren 33 Verdächtige ermittelt worden, im Jahr davor 27. Die enorme Zunahme bei der Zahl der Hinweise führen die zuständigen Fachleute auf die zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung zurück. Auch die Berichterstattung in den Medien wirke sich aus, heißt es: Wenn über aktuelle Fälle geschrieben werde, gebe es in der Folge einen sprunghaften Anstieg bei den Hinweisen. Sehr gut funktioniere der Informationsaustausch mit ausländischen Behörden, allen voran mit der Internet-Einheit beim deutschen Bundeskriminalamt in Wiesbaden, in der ein Dutzend Beamte beschäftigt sind und damit vier Mal so viele wie in Wien. Zehn der 41 eingeleiteten Ermittlungsverfahren wurden zehn von den drei zuständigen Kriminalbeamten im Innenministerium geführt, die restlichen von den lokal zuständigen Behörden. Die Ermittlungen sind speziell wegen der Auswertung des gewöhnlich sehr umfangreichen Datenmaterials, das sichergestellt wird, sehr zeitaufwändig. (APA)