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Wien - Aus Sicht von SPÖ-Budgetsprecher Rudolf Edlinger bringe das von der Regierung geplante Kindergeld mehr Probleme als es löse, weil diese Leistung durch Einschränkungen in anderen Bereichen finanziert werden müßte. Einerseits würden zwar für das Karenzgeld zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt, andererseits müssten aber etwa im Gesundheitswesen neue Belastungen von der Bevölkerung getragen werden. Auch glaubt Edlinger, dass das dreijährige Kindergeld für alle, wie es von der FPÖ nun angestrebt wird, zumindest nicht dauerhaft finanzierbar sei. Wie der SP-Budgetsprecher betonte, wäre es zwar vielleicht möglich, 2002 den Betrag aufzubringen - dann müsste man allerdings auch in das Grundvermögen des Familienlastenausgleichsfonds eingreifen, das dann im Jahr darauf nicht mehr vorhanden wäre: "Vermögen kann man nur einmal verwenden." Insofern sei eine Finanzierung 2003 nicht mehr möglich. Edlinger sieht Probleme Edlinger verlässt sich in dieser Frage auch auf Wirtschaftsminister Martin Bartenstein. Selbst er, der in der vergangenen Legislaturperiode als Familienminister das Karenzgeld für alle "geradezu neurotisch" verfolgt habe, gebe zu, dass das dritte Karenzjahr ohne Einschränkungen nicht leistbar wäre. Auch sieht Edlinger Probleme für die Zeit, wenn ein Kind das dritte Lebensjahr überschritten hat. Dann müsse weiterhin Geld für den Besuch des Kindergartens aufgewendet werden, ohne dass die staatliche Karenzleistung weiterhin vorhanden sei. Dies bringe aber insofern Probleme, als den Menschen für die Finanzierung des Kindergeldes in anderen Bereichen Geld weggenommen werde. Nebenbei zog Edlinger auch erneut eine vernichtende Bilanz der Regierungspolitik. Detailliert zählte er die einzelnen Belastungen auf, die die Bevölkerung im neuen Jahr erwarten wie etwa die Kürzung von Arbeitnehmerabsetzbetrag, Unfallrenten und Arbeitslosengeld. Zudem verwies der SP-Budgetsprecher auf die gestiegene Inflationsrate und die hohe Steuern- und Abgabenquote. Nochmals Kritik übte Edlinger auch an den von der Regierung durchgeführten Privatisierungen. So sei etwa der Börsegang der Telekom Austria ein "Rohrkrepierer" gewesen und habe die Österreicher mit Sicherheit in ihrer Reserviertheit gegenüber dem Aktienkauf bestärkt. (APA)