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Rom - "Wir sind nicht mehr Europas schwarzes Schaf. Italien ist heute ein Land, auf das wir stolz sein können": Das ist die Ansicht des italienischen Ministerpräsidenten Giuliano Amato, der am Freitag eine Bilanz seiner achtmonatigen Amtszeit und der fünfjährigen Arbeit der Mitte-Links-Koalition an der Führung des Landes gezogen hat. "Italien ist kein armes Land mehr in den Händen der organisierten Kriminalität. Ich bin mit der Arbeit meiner Regierung zufrieden. Bis Jahresende wird das Bruttoinlandsprodukt zwischen 2,6 und 2,8 Prozent steigen. Die Inflation, auf 2,6 Prozent stabil, ist eine der niedrigsten in Europa", erklärte Amato Zeitungsberichten zufolge. Ölbaum schafft Arbeit Seit Beginn der Legislaturperiode unter der Führung der Regierungskoalition "Ulivo" (Ölbaum) seien 1,25 Millionen Arbeitsplätze geschaffen worden. Im kommenden Jahr werde die Arbeitslosigkeit unter die 10-Prozent-Schwelle sinken, dies sei die niedrigste Rate seit den 80-er Jahren. Auch in Süditalien werde die Arbeitslosigkeit 2001 unter 20 Prozent sinken. "Wir haben ein besseres Italien aufgebaut als Oppositionschef Silvio Berlusconi schildert", betonte Amato. Er warf dem Oppositionschef vor, Ideen zu propagieren, die veraltet und nicht konkret anwendbar seien. Um auf politischer Ebene glaubwürdig zu sein, müsse sich Berlusconi von seinem wirtschaftlichen Imperium trennen. Zur Lösung von Berlusconis Interessenskonflikten schlug der 62-jährige Amato das US-Modell vor, laut dem jeder Politiker sein Unternehmen einem unabhängigen Expertenteam anvertraut, das es für ihn während seiner Amtszeit verwalten solle. Gegen vorgezogene Parlamentswahlen Amato kritisierte auch Berlusconis Forderung nach vorgezogenen Parlamentswahlen im März. "Vor der Auflösung der Kammern gibt es noch viel zu tun. Mehrere Gesetze müssen verabschiedet werden, wie jenes über den Föderalismus und die Reform des Staatsfernsehens RAI", erklärte Amato. Über seine Zukunft nach Ende der Legislaturperiode sei er sich noch nicht im Klaren, er erklärte sich jedenfalls bereit, mit dem Premierkandidat der Regierungskoalition, Francesco Rutelli, während der Wahlkampagne zu kooperieren. "Ich habe es nicht bereut, mich zurückgezogen zu haben, um Rutelli den Posten des Premierkandidaten der Regierungskoalition zu überlassen. In Italien ist der Protagonismus in der Politik zu groß. Ich denke, dass am Schluss nicht der einzelne Kandidat, sondern die Allianzen gewinnen werden und die Mitte-Links-Koalition hat gute Karten. Ich habe beschlossen, mich für den Zusammenhalt der Allianz einzusetzen", so Amato. (APA)