Belgrad - Im Konflikt um die Kontrolle der Grenzregion zwischen Südserbien und dem Kosovo ist nach Auffassung von Jugoslawiens Präsident Vojislav Kostunica nur eine diplomatische Lösung möglich. Es gebe keine andere Lösung, sagte Kostunica in einem Gespräch mit der Silvesterausgabe der Zeitung "Blic". Eine militärische Auseinandersetzung zwischen Serbien und den Rebellen der kosovo-albanischen Befreiungsarmee von Presevo, Medvedja und Bujanovac (UCPMB) würde sicherlich eine "Art von Strafe" der internationalen Gemeinschaft nach sich ziehen, führte Kostunica weiter aus. Daher sprach sich Kostunica nochmals deutlich für Verhandlungen mit der internationalen Kosovo-Friedenstruppe KFOR und der UCPMB aus. UCPMB-Rebellen liefern sich seit Monaten in der entmilitarisierten Pufferzone nördlich der Grenze zum Kosovo heftige Gefechte mit der serbischen Polizei. Ziel der Rebellen ist es, die Grenzregion mit dem Kosovo zu vereinigen. Die Konfliktparteien hatten am Freitag eine erste Einigung erzielt. Beide Seiten räumten ihren jeweiligen Posten in dem Ort Veliki Trnovac. Die albanischen Rebellen bauten ihren Kontrollpunkt am Eingang des Ortes ab, der weniger als zwei Kilometer von der Stadt Bujanovac entfernt liegt. Die serbische Polizei löste einen Posten am anderen Ende des Ortes auf. Die Einigung war unter der Vermittlung der KFOR nach mehr als 16-stündigen Verhandlungen zustandegekommen. Warnung vor Verkleinerung der Pufferzone Die UCPMB hat vor der Verkleinerung der Pufferzone zum Kosovo gewarnt. Die Erfüllung dieser Forderung Belgrads würde große Konsequenzen haben, sagte Shaqir Shaqiri, Sprecher des politischen Flügels der Rebellen, am Samstag der kosovo-albanischen Nachrichtenagentur KosovaLive. Die Rebellen haben ihre Stützpunkte in dem entmilitarisierten Streifen. "Wir engagieren uns für eine politische Lösung", sagte Shaqiri in dem Interview, das nach dem Abzug der Kontrollpunkte beider Konfliktparteien in der Ortschaft Veliki Trnovac, einem Brennpunkt, veröffentlicht wurde. "Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir immer in Bereitschaft sind, auf mögliche Angriffe der Polizei, des Militärs oder paramilitärischer Kräfte zu reagieren." Er warf der neuen Regierung in Belgrad vor, nicht ernsthaft für eine politische Lösung der Probleme der Albaner im Süden Serbiens zu verhandeln. Die lokale albanische Bevölkerung im Presevo-Tal, die in vielen Kommunen die Mehrheit stellt, beklagt Diskriminierung. Die neue Führung in Belgrad verfolge die "gleiche Politik der Gewalt, des Terrors und Vertreibung der albanischen Bevölkerung im Presevo-Tal", sagte Shaqiri. Kriegstreiberische Stellungnahmen serbischer Politiker seien nicht in Übereinstimmung mit demokratischen Normen. (APA/dpa)