Oslo - Die norwegische Regierung hat in einem umfassenden Programm die Umweltprobleme des Landes geschildert. Dabei zählen die Auswirkungen des sauren Regens noch immer zu den schwerwiegendsten Umwelt-Problemen Nordeuropas. Trotz der rigorosen Gesetze stehen im Land der Mitternachtssonne 3.000 Pflanzen und Tiere auf der vom Aussterben bedrohten roten Liste. Echte unberührte Wildnis gibt es in Norwegen nicht mehr, obgleich das Land über wesentlich mehr unberührte Landstriche verfügt als die meisten mitteleuropäischen Länder. Die größeren unberührten Landstriche liegen vor allem im Norden und in den Bergregionen. Im Bericht des Direktoriums für Naturverwaltung und dem Norwegischen Amt für Umweltschutz wird vor allem der südliche Landesteil als besonders gefährdet beschrieben. Die vom Aussterben bedrohten Arten stammen jedoch in erster Linie aus den Waldgebieten. 29 der 3.000 gefährdeten Arten stehen auch weltweit auf der roten Liste. Obwohl langsam Leben in die übersäuerten Gewässer zurückkehrt, ist noch immer davon auszugehen, dass dieses Problem zu den größten Umweltproblemen des Landes zählt, so der Bericht. Die Verursacher des sauren Regens liegen außerhalb des Landesgrenzen. Als positiv bewertete der Bericht die Verringerung der Einbringung chemischer Substanzen in Gewässer. Durch strenge Jagd- und Fischereigesetze konnten auch Fisch- und Wildbestände wieder hergestellt werden. Der umfassende Bericht geht jedoch nicht darauf ein, dass Norwegen gemeinsam mit Japan noch immer nicht Abstand vom Walfang genommen hat, obwohl die Erhaltung der Biodiversität zu den wichtigsten Vorhaben der Behörde zählt. (pte) :