Wien - Unklar sei weiterhin, wer die Kosten für die BSE-Schnelltests tragen wird. Derzeit werde mit Kosten in der Höhe von 1.500 Schilling pro Test gerechnet. Die Tests seien vor allem deswegen so teuer, weil BSE-Risikomaterial wie Gehirn oder Rückenmark aufwändig entsorgt werden muss. Rechtsunklarheit ob Bund oder Länder zahlen müssen Eine Gesprächsrunde zwischen Bund und Ländern soll die Frage klären. Hintergrund der Diskussionen scheint eine Rechtsunklarheit zu sein. Nach den Regelungen zur Fleischuntersuchung wären die Länder zur Kostenübernahme verpflichtet, nach der Tierseuchenbekämpfung der Bund, Möglichkeit dass Katastrophenfond Kosten übernimmt Die Kosten könnte der Katastrophenfonds übernehmen, die genaue Schlüsselaufteilung müsse jedoch erst ausverhandelt werden. Im Februar soll voraussichtlich das nächste Treffen der Landesfinanzreferenten in Wien stattfinden. Säumigkeit bei der Finanzierung der BSE-Vorsorgemaßnahmen Der Tiroler Bauernbundobmann Anton Steixner (VP) wirft unterdessen Finanzminister Grasser (F) Säumigkeit bei der Finanzierung der BSE-Vorsorgemaßnahmen vor. Zwar habe das Parlament Anfang Dezember 2000 die Voraussetzungen für die Finanzierung der Maßnahmen geschaffen, der Finanzminister habe noch immer keine entsprechenden Verordnungen ausgearbeitet, kritisierte Steixner. Er fordere daher, "eine klare Finanzierungsregelung für alle erforderlichen Maßnahmen wie Schnelltests, die Tiermehlentsorgung sowie die zusätzlichen Logistikmaßnahmen, damit die Schlachtbetriebe wieder Vieh von den Bauern nehmen." Gesundheitsminister - Kosten sollten Importeure tragen Gerald Grosz, Sprecher von Gesundheitsminister Herbert Haupt (F), haben die Kosten der Tests für Importfleisch die Verantwortlichen für die Einfuhren zu tragen. Kurzfristige Unklarheit gab es am Mittwoch auch, wie lange die BSE-Schnelltests anberaumt seien. "Wir gehen davon aus, dass die Tests eine unbefristete Maßnahme sind", sagte Grosz. Zuvor waren Spekulationen aufgetaucht, dass es sich bei den Schnelltests - analog zum absoluten Tiermehlverfütterungsverbot - um eine auf sechs Monate begrenzte Maßnahme handelt. HAupt bleibt optimistisch Der Haupt-Sprecher zeigte sich erneut optimistisch, dass Österreich weiterhin BSE-frei bleiben werde. Diese Einschätzung habe sich nach den Gesprächen mit Experten verstärkt. Die Alpenrepublik habe bei der BSE-Bekämpfung in den vergangenen Jahren eine Vorreiterrolle übernommen. Grosz verwies in diesem Zusammenhang erneut darauf, dass in Österreich seit zehn Jahren ein Tiermehlfütterungsverbot für Rinder und Schafe in Kraft ist. (APA)