London - Selbst da wo nichts ist, sollte sicherheitshalber eine Regelung da sein für den Fall, dass da doch was ist. So ungefähr muss jedenfalls der schottische Naturschutzbund herumgedacht haben. Der hat zwei Monate vor einer neuen Suche nach dem Ungeheuer vom Loch Ness einen Verhaltenscodex für Nessie-Jäger erlassen. Danach darf das Ungeheuer nicht mit Ködern gelockt werden. Außerdem dürfen die Jäger ihre Netze nur durch seichtes Wasser ziehen, damit Nessie und andere Tiere nicht unbemerkt in den Maschen ersticken. Und das Wichtigste: "Für den Fall, dass sie Nessie fangen, erwarten wir natürlich von ihnen, dass sie es sofort wieder freilassen", sagte Jonathan Stacey, der Sprecher des Naturschutzbundes. "Schließlich gehört es zum Loch und zu Schottland, und wir würden alles dafür tun, damit es ihm gut geht." "überzogene Bürokratie" Der Nessie-Fanclub kritisierte den Codex am Freitag als "völlig überzogene Bürokratie". Solche Bestimmungen könnten Nessie-Jäger "in den Untergrund treiben". Schwedische Forscher halten inzwischen verzweifelt das Fähnchen der Wissenschaftlichkeit hoch. Sie wollen vom 20. März an für zwei Wochen mit einem Netz auf Nessie-Jagd gehen. Falls sie das Ungeheuer wirklich zu Tage fördern, soll ein Wissenschafter von einer - noch nicht genannten - britischen Universität sofort eine kleine Schuppenprobe für eine Analyse des Erbguts entnehmen. Danach werde das Ungeheuer wie verlangt sofort wieder freigelassen, versicherte am Freitag der Leiter des Teams, Jan Sundberg (53). Außer dem fünf Mal sieben Meter großen Netz will er auch Unterwasserkameras einsetzen. "Loch Ness hat eine so lange Geschichte von Sichtungen, da ist es nur rational, anzunehmen, dass da wirklich etwas drin sein muss", sagte Sundberg. (APA/dpa)