Wien - Die stellvertretende Klubobfrau der Wiener Grünen, Alessandra Kunz, wirft Sozialminister Herbert Haupt in der Frage des Kindergeldes vor, "inhaltlich uninformiert" zu sein. Haupt hatte am Donnerstag gemeint, AlleinerzieherInnen sollten das geplante Kindergeld drei Jahre lang beziehen können. Andernfalls wären sie gegenüber Ehepaaren benachteiligt, was nicht verfassungskonform sei. Kunz wies diese Darstellung zurück. Die Benachteiligung der Alleinerzieher sei bereits 1998 Gegenstand einer Verfahrens vor dem Verfassungsgerichtshof (VfGH) gewesen. Damals hätten die Verfassungsrichter die Klage einer Alleinerzieherin zurückgewiesen. "Damit war dieser Weg, auch Alleinerzieherinnen einen insgesamt gleich langen Karenzurlaub wie zwei Elternteilen zusammen zu ermöglichen, versperrt", so Kunz. Es sei erstaunlich, dass der Frauenminister nun anderer Meinung sei als der Verfassungsgerichtshof. Im Übrigen widerspreche eine dreijährige Karenzzeit der Lebensrealität der Alleinerzieherinnen, so Kunz. Für eine lange Berufsunterbrechung sei das Karenzgeld zu niedrig. Außerdem seien gerade Alleinzeriehende auf berufliche Sicherheit und berufliches Fortkommen angewiesen. Kunz fordert deshalb mehr Kinderbetreuungsplätze auch für sehr junge Kinder und einen altersadäquaten Schlüssel an Betreuungspersonal. (APA)