Sofia - Ein Gerichtsprozess gegen sechs Bulgaren in Libyen, die angeklagt sind, 393 Kinder mit dem HI-Virus absichtlich angesteckt zu haben, ist am Samstag erneut - und damit zum achten Mal - aufgeschoben worden. Wie der staatliche bulgarische Rundfunk berichtete, soll das Gericht in Tripolis am 10. Februar über den Fall entscheiden. Angeklagt sind fünf Krankenschwestern und ein Arzt aus Bulgarien. Ihnen droht die Todesstrafe, weil ihnen unter anderem eine Verschwörung gegen die nationale Sicherheit Libyens vorgeworfen wird. Ferner wird ihnen unterstellt, gegen die Normen des Lebens in Libyen verstoßen und außereheliche sexuelle Beziehungen unterhalten zu haben. 23 der an Aids erkrankten Kinder sind inzwischen gestorben. Die angeklagten Bulgaren hatten die libyschen Behörden beschuldigt, bei den Ermittlungen "physische Gewalt" sowie Druck auf sie ausgeübt zu haben, zum Islam überzutreten. Staatspräsident Petar Stojanow hatte sich im vergangenen Jahr bei einem Telefongespräch mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi um einen gerechten Prozess bemüht. (APA/dpa)