Genf/Jakarta - Vertreter der indonesischen Regierung und der separatistischen Moslembewegung "Freies Aceh" (GAM) haben sich bei ihren Friedensgesprächen in der Schweiz auf eine neue Waffenruhe für die Provinz im Westen von Sumatra geeinigt. Die Vereinbarung trete am 15. Jänner in Kraft und verlängere den bestehenden Waffenstillstand um einen Monat, sagte der indonesische Verteidigungsminister Mohammad Mahfud am Mittwoch nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Antara. Ungeachtet der "humanitäre Pause" genannten Waffenruhe waren in den vergangenen sieben Monaten mindestens 540 Menschen bei bewaffneten Feinseligkeiten ums Leben gekommen. Mahfud beschrieb das Ergebnis der Verhandlungen, die am Dienstag in der Nähe von Genf zu Ende gingen, als einen Schritt zu dauerhaftem Frieden. Ähnlich äußerte sich der Vertreter der GAM, Zaini Abdullah. Für 1. Februar weitere Gespräche geplant In einer in Genf veröffentlichten gemeinsamen Erklärung kündigten beide Seiten an, die Verlängerung der Waffenruhe ermögliche weitere Gespräche über die Einführung demokratischer Rechte und eine wirkungsvollere Sicherheitsstruktur in der Unruheregion. Für den 1. Februar seien weitere Verhandlungen geplant. Die Separatisten kämpfen seit 1975 für die Eigenständigkeit der an Erdgasvorkommen reichen Provinz auf Sumatra, rund 1.750 Kilometer nordwestlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Die GAM wirft der Zentralregierung vor, Aceh systematisch auszubeuten. Am Dienstag hatte der Verteidigungsminister erklärt, dass die Regierung in Jakarta weiterhin Verhandlungen über eine Autonomie des ehemaligen Sultanats Aceh führen werde; doch die GAM werde nicht ihr alleiniger Ansprechpartner sein. (APA/AP)