Wien - Die Kapsch AG, Wien, übernimmt 74 Prozent an der SchrackBusinessCom AG (SBC), Wien, und bringt hiefür ihren Geschäftsbereich Enterprise Networks ein. 26 Prozent an dem neuen Unternehmen, das binnen sechs Wochen die Kartellgenehmigung erwartet, halten die bisherigen Mehrheitseigentümer von SBC, Stefan Gubi, und Franz Semmernegg. Die neue Allianz kommt zum Start mit rund 700 Mitarbeitern auf rund 1,5 Mrd. S (109 Mill. Euro) Umsatz und peilt jährlich zweistellige Zuwachsraten sowie eine Umsatzrendite von fünf Prozent an. Ein Kaufpreis wurde auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Dienstag nicht genannt. Georg Kapsch (Kapsch AG) sprach jedoch von einem Mix aus einer Sach- und einer Kapitaleinlage. Der von Kapsch eingebrachte Bereich Enterprise Networks erwirtschaftet mit rund 200 Mitarbeitern 600 Mill. S Umsatz. Der Name für das neue Unternehmen, das sich mit starker Dienstleistungsorientierung (55 Prozent des Umsatzes) auf die Zusammenführung von Sprach- und Datennetzen sowie E-Business und Outsourcing-Lösungen spezialisieren will, soll erst auf Basis einer Marktbefragung ermitteln werden. UBAG steigt bei SBC aus Die UBAG (Unternehmensbeteiligungs AG der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich), die mit dem Ende 1999 erfolgten Management Buy Out 74 Prozent an Schrack BusinessCom gehalten hatte, zieht sich aus SBC mit dem 74-Prozent-Einstieg der Kapsch AG vollständig zurück. Die RLB Oberösterreich bleibt jedoch über die Leasinggesellschaft Schrack Anlagenvermietungs- und wartungsGmbH (SAV), eine SBC-Tochter, mit 74 Prozent engagiert. Mit der Einbringung von rund 1.500 Miet- und Wartungsverträgen von Kapsch in die SAV erhöht sich das Barwertvolumen der SAV auf mehr als 1 Mrd. S. Eine örtliche Zusammenlegung von SBC mit Kapsch Enterprise Networks ist zu Beginn nicht geplant. Kapsch, die sich in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Schrack-Areal (heute Ericsson Austria) und damit der SBC in Wien-Meidling befindet, denke aber an die Nutzbarmachung bisher betrieblich nicht genutzter Eigengründe in der nahen Umgebung, sagte Georg Kapsch. Eine weitere Zusammenlegung von Kapsch mit anderen Bereichen von Ericsson Austria schloss Georg Kapsch aus. Die Kapsch AG verfolge die Strategie, ihre Bereiche zielgruppenorientiert zu führen, indem jeder Geschäftsbereich für sich selbständig agieren soll. Derzeit ist Kapsch in die drei Hauptgeschäftsfelder Public Networks, Traffic Control Systems und Corporate Networks gegliedert, zu welch letzterem Enterprise Networks als Teilbereich gehört. Exportoffensive Richtung Mittel- und Osteuropa Derzeit werden die 1,5 Mrd. S Umsatz der Kapsch-Schrack-Allianz ausschließlich in Österreich erzielt. Mit Hilfe des bestehenden Exportvertriebs von Kapsch erwartet sich die Allianz eine besonders dynamische Entwicklung in Mittel- und Osteuropa, beispielsweise in Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Ukraine und Russland, aber auch in Süddeutschland und Italien. Der Schwerpunkt der Tätigkeit von Kapsch in diesem Bereich lag bisher bei Großkunden, wogegen SBC im klein- und mittelständischen Bereich tätig war. (APA)