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Weißrusse Lukaschenko: Hat was gegen Pfarrer

Foto: APA/EPA/Chirikov
Minsk - Der weißrussische Staatspräsident Aleksander Lukaschenko hat den katholischen Erzbischof von Minsk, Kardinal Kazimierz Swiatek, aufgefordert, keine ausländischen Priester mehr einzusetzen. Lukaschenko habe in einem Gespräch mit dem Kardinal darauf hingewiesen, dass in Weißrussland 149 der 261 katholischen Priester Ausländer seien, die meisten von ihnen Polen, teilte Präsidentschaftssprecher Dmitrij Schuk vor Journalisten mit, wie Kathpress am Dienstag meldete. Der Kardinal selbst lehnte jeden Kommentar zu seinem Treffen mit dem Staatschef ab. In Weißrussland leben rund 400.000 Katholiken, ein Bevölkerungsanteil von etwa 15 Prozent. 80 Prozent der Katholiken gehören der polnischen Minderheit an, die aber zu einem großen Teil nicht mehr die polnische Sprache spricht. Die polnische Regierung hatte erklärt, alles zu unternehmen, um eine Ausweisung von polnischen Priestern aus dem Nachbarland abzuwenden. In einer Erklärung hatten die weißrussischen katholischen Bischöfe erst im Dezember bedauert, dass immer noch keine Aussöhnung mit der orthodoxen Mehrheitskirche erreicht worden sei. Die Orthodoxen haben die katholische Missionierungstätigkeit angeprangert. Auch der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel hatte Zweifel an der Aufrichtigkeit Roms geäußert und den Katholiken Proselytismus (Abwerbung von Gläubigen) vorgeworfen. (APA)