Wien - Die Telekom Austria (TA) wird keine weiteren Gespräche mit dem insolventen Telekomanbieter Millennium Communication Network (MCN) führen: "Die heutigen Gespräche mit MCN haben zu keiner Einigung geführt, die MCN-Angebote waren für uns nicht zufriedenstellend", sagte TA-Sprecher Martin Bredl am Freitag Nachmittag. Damit würden am kommenden Dienstag die Vertragskündigung schlagend und die Leitungen gekappt. Die bisherigen Forderungen der TA betragen dem Vernehmen nach rund 40 Mill. S. Bredl bestätigte Außenstände in zweistelliger Millionenhöhe. Für die Zukunft wolle man jedenfalls kein weiteres Risiko eingehen und keine weiteren Außenstände produzieren, die nicht einzubringen seien. Die MCN wurde von der TA Ende November und Mitte Dezember 2000 gemahnt, nach der zweiten Mahnung wurden die Leistungen bereits reduziert, so der TA-Sprecher. Die TA sei rechtlich in der Lage ihre Leistungen einzustellen und habe dies im Vorjahr bei der Teleforum in Graz bereits gemacht, sagte Bredl. Im vergangenen September hat die TA den alternativen Sprachtelefonie- und Internetservice-Anbieter Teleforum Telekommunikations GmbH in Graz wegen Zahlungsrückstände in zweistelliger Millionenhöhe vom Netz getrennt. Hilfe von alternativen Anbietern MCN könnte jedoch von alternativen Anbietern Hilfe erhalten. "Wir Alternative müssen zusammenhalten", hieß es heute, Mittwoch, von der RSL Com am Mittwoch. Die RSL Com werde den Verkehr mit der MCN daher weiter aufrecht erhalten und der in Not geratenen MCN auch bei Bedarf Leitungen zur Verfügung stellen. Die MCN führe derzeit auch Gespräche mit der UTA, Colt Telecom und European Telecom, von denen man im Notfall Leitungen bekommen könnte, bestätigte MCN-Sprecher Christoph Edelmann. Man sei aber nach wie vor zuversichtlich für eine Einigung mit der TA, mit der man derzeit ebenfalls Gespräche führe. Cisco ohne Telefon Wenn die TA ab 16. Jänner die sogenannte "höherwertige" Leitung zum Telefon-Netzwerk der MCN im Millenniumtower kappt, kann keine der im Tower ansässigen Firmen mehr telefonieren, es sei denn, der Millennium-Tower-Bauherr Georg Stumpf schafft es, in den nächsten sechs Tagen von einem anderen alternativen Telekom-Betreiber eine solche Leitung zu bekommen. Im Millennium-Tower hat u.a. der Ausrüster von Computernetzwerken, Cisco Systems Austria, ihren Sitz. Arbeiter meint dazu, dass die MCN jedenfalls in der Lage sein werde, "den Mietern im Tower weiter die Voraussetzungen zu bieten, problemlos zu telefonieren". (APA)