Der tschechische Kulturminister Pavel Dostal hat im Zusammenhang mit dem Streit um den Direktor des tschechischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens (CT), Jiri Hodac, eine Gesetzesänderung angekündigt. Nach Dostals Vorschlag könnte das Parlament vorübergehend die Kontrolle über den Sender übernehmen. Auch der Fernsehrat, der am Montag noch abgelehnt hatte, über die vom Parlament geforderte Entlassung von Jiri Hodac zu befinden, könnte aufgelöst werden, erklärte Dostal am Dienstag. Der Kulturminister kündigte weiters an, bei der am Freitag anstehenden Debatte über einen Zusatz zum Gesetz über das tschechische Fernsehen werde die regierende Sozialdemokratische Partei entsprechende Änderungen vorschlagen. Er erwarte eine große Mehrheit für diese Initiative, sagte Dostal. Anhörung Hodacs Der Fernsehrat erklärte am Montag, er wolle vor einer Entscheidung erst Hodac anhören. Das Gremium rief den Direktor jedoch auf, Verhandlungen mit den protestierenden Journalisten aufzunehmen. Hodac wurde am Montagabend nach fünftägiger Behandlung wegen eines Nervenzusammenbruchs aus dem Krankenhaus entlassen. Das tschechische Parlament hatte nach einem wochenlangen Journalistenstreik am Samstag auf einer Sondersitzung den Fernsehrat aufgefordert, Hodac zu entlassen, wenn dieser nicht freiwillig zurücktrete. Das unabhängige Gremium ist jedoch an Parlamentsentscheidungen nicht gebunden. Ein Mitglied des Fernsehrats, Jana Dedeckova, kündigte später an, das Gremium werde sich bei seiner nächsten Sitzung am 23. Jänner erneut mit dem Konflikt beschäftigen. Der Fernsehrat sei jedoch darauf vorbereitet, eine Sondersitzung zur Anhörung Hodacs einzuberufen, sobald dieser genesen sei. Nach Hodacs Entlassung aus dem Krankenhaus war zunächst nicht bekannt, wann er seine Arbeit wieder aufnehmen würde. Unterstützung Zehntausende Tschechen haben sich ebenso wie Kollegen im In- und Ausland hinter die protestierenden Journalisten von CT gestellt. Sie unterstützen die Forderung nach einer Entlassung Hodacs, dem die CT-Journalisten politische Voreingenommenheit und zu enge Kontakte zur Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Parlamentspräsident Vaclav Klaus vorwerfen. (APA)