Klagenfurt - In der FPÖ-internen Diskussion um das künftige Kindergeld-Modell präferiert der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider den Vorschlag von Sozialminister Herbert Haupt. "Je mehr Geld für die Familien ausgegeben wird, desto besser", so Haider am Dienstag. Allerdings bestehe aus seiner Sicht "gar keine wirkliche Differenz" zwischen den Vorstellungen Haupts und jenen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser. "Nicht ganz praktikabel" Die Idee Grassers, in den ersten beiden Jahren nur das Einkommen der Frauen als Berechnungsgrundlage heran zu ziehen, nannte Haider allerdings "nicht ganz praktikabel". Wo ein Gesamteinkommen da sei, müsste auch das Gesamteinkommen beurteilt werden, meinte er. Deshalb sollte das am 1. Jänner eingeführte Kärntner Modell ein halbes Jahr beobachtet und, wenn es sich bewähren sollte, vom Bund eins-zu-eins übernommen werden, schlug Haider vor. Das Kärntner Kindergeld-Modell beinhaltet ebenfalls eine Einkommensobergrenze. Wie bei der Wohnbauförderung beträgt das höchst zulässige Jahreseinkommen (Familieneinkommen) für eine Person 350.887 und für zwei Personen 550.412 Schilling netto. In Kärnten gibt es für das erste Kind bis zum dritten Lebensjahr monatlich 6.250 Schilling, wovon 250 Schilling an die Sozialversicherung gehen. Generell bezeichnete Haider die derzeitigen Diskussionen um das Kindergeld-Modell als "unvollständig". Es werde nämlich immer nur ein Aspekt beleuchtet und nicht alle Bereiche mit einbezogen. Deshalb sollte das Kärntner Modell auf seine Auswirkungen hin genau studiert werden. Dabei werde unter anderem interessant zu beobachten sein, welches Entscheidungsverhalten sich bei den Frauen in Bezug auf einen Wiedereinstieg in das Berufsleben abzeichnet, sagte Haider. (APA)