Wien - Die Regierung betreibe "Falschinformation", wenn sie in ihrer Werbekampagne behaupte, dass das Arbeitslosengeld nicht gekürzt werde. Dies kritisierte der Sozialexperte Martin Schenk namens der Mitgliederorganisationen der Armutskonferenz am Donnerstag. Das Arbeitslosengeld werde im Zuge der Sparmaßnahmen nämlich sehr wohl gekürzt - und zwar durch die Reduktion der Familienzuschläge, die Verlängerung der Anwartschaft und die Streichung der Günstigkeitsregel. Die Reduktion der Familienzuschläge bedeute weniger Arbeitslosengeld ab ungefähr 14.000 S brutto aufwärts mit zwei Kindern. Ab 17.000 S werden für alle, auch Alleinstehende, die Unterstützung gekürzt. Die Verlängerung der Anwartschaft von 26 auf 28 Wochen wirke sich mit einem Verlust von 3.000 S im Durchschnitt aller Betroffener auf. Und der Entfall der Günstigkeitsregel bedeute eine Leistungskürzung von durchschnittlich 3.500 S pro Arbeitslosenperiode. Davon sei gerade das untere Einkommensfünftel überproportional betroffen. (APA)