Wien - Wirtschaft um Umweltschutz sollen einander nicht mehr ausschließen, sondern an einem gemeinsamem Ziel arbeiten. Die Kooperationsvereinbarung des EU-Projekts Natura 2000 für Österreich wurde heute, Donnerstag, von Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und dem Präsidenten des WWF -Österreich Helmut Pechlaner unterzeichnet. Insgesamt betreffen die neuen Richtlinien 161 Gebiete in Österreich, die rund 16,1 Prozent der Staatsfläche ausmachen. Österreich hat sich mit dem Beitritt zur Europäischen Union zur Mitwirkung an der Schaffung des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 verpflichtet. Das Schutzgebietsnetz soll jene Gebiete umfassen, die gemäß der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie und der Vogelschutzrichtlinie auszuweisen sind. Das Ziel ist die Sicherung der Artenvielfalt in Europa. Das sei der gesetzlich vorgegebene Rahmen seitens der Europäischen Union. "Ein modernes Naturschutzinstrument fordert die wechselseitige Rücksichtnahme von Naturschutz- und Wirtschaftsinteressen", so Leitl. "Natura 2000 stellt die Wirtschaft und die Naturschützer vor eine große Herausforderung, da die betroffenen Gebiete nicht als reine Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, sondern vielmehr intensiv genutzt werden", so Pechlaner. Betroffen seien EU-weit 10.250 Gebiete. Diese sind vielfach Kulturlandschaften. Pechlaner betonte auch, dass er als Tierschützer und Direktor des ältesten Tiergartens der Welt sowohl die Position der Naturschützers als auch die des Unternehmens kenne. Eine florierende Wirtschaft könne langfristig nur auf einer intakten ökologischen Grundlage funktionieren. Dazu seien Investitionen und flächendeckende Richtlinien nötig. Wirtschaftskammerpräsident Leitl sagte, dass die Konflikte, die es zwischen der Wirtschaft und dem Umweltschutz gegeben habe, begraben werden müssen. Das sei nur möglich, wenn Leitlinien zur optimalen Umsetzung von Natura 2000 entwickelt werden. "Fünf Schritte sind für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts notwendig: Dialog und Transparenz aller Beteiligten, ein aktives Gebietsmanagement über Bundesländergrenzen hinweg, Rechtssicherheit, die eine Anpassung an europäische Rahmenbedingungen erforderlich macht, eine effiziente Verfahrensabwicklung und die ausreichende Finanzierung, die sowohl von den Ländern, dem Bund und der EU getragen werden muss", so der Wirtschaftskammerpräsident. Beide Vertragspartner betonten einstimmig, dass Natura 2000 das ambitionierteste Naturschutzvorhaben der europäischen Geschichte sei. Die Kosten der Umsetzung seien derzeit nicht konkret bezifferbar, dürften aber zwischen einer bis drei Mrd. Schilling liegen. "Die Management-Pläne machen schon zweistellige Millionenbeträge aus", so Pechlaner. (pte)