Wien - Kundenwachstum um jeden Preis und möglichst viele Page Impressions waren bisher die Ziele der Online-Dienste. Verluste spielten keine Rolle, man wollte der "Local Hero" sein. Künftig müssen sich Kunden rechnen, schnelles Erreichen der Gewinnzone, Maximierung von Umsatz und Ertrag und Internationalisierung werden im Mittelpunkt stehen, meinte der Vorstandsvorsitzende des Hamburger Online-Dienstes freenet.de, Eckhard Spoerr, am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Megaportale Klassische Internet Service Provider (ISP) ohne Content-Angebot werden zunehmend als Business-to-Consumer-Anbieter (B2C - Privatkundengeschäft) vom Markt verdrängt, bemerkte Spoerr. Die Konsolidierung werde weiter voranschreiten, pro Region würden sich vier bis sieben Mega-Portale etablieren. Die Megaportale der Zukunft könnten dabei zwei Wege gehen und entweder auf Internationalisierung mit dem Ziel der paneuropäischen Marktmacht oder auf lokale Marktdurchdringung durch zielgruppengerechte Portale setzen. Fünf Modelle Internet-Portale gibt es heute in fünf Modellen, berichtete Spoerr. ISP-Gateway-Portale werden von Zugangsprovidern wie Arcor, Viag und World Online betrieben. Online-Dienste wie AOL, T-Online oder Wanadoo etablierten sich seit 1999 als offene User-Communities mit umfangreichem Content. Horizontale Portale mit Werbeumsätzen bieten Web-Navigatoren wie Yahoo, Voila und Excite an. Vertikale Portale wie beispielsweise urbia, justbeman und garden.com konnten sich mit der Kombination aus Content, Community und Commerce im Vorjahr entgegen den Markterwartungen nicht durchsetzen, stellte Spoerr fest. E-Commerce-Portale wie Amazon werden von Händlern betrieben und erwirtschaften mit umfassenden Produktangeboten oder produktspezifischem Content E-Commerce-Umsätze. (APA)