Wien - Die Erarbeitung einer Verteidigungsdoktrin, "die den tatsächlichen österreichischen Interessen entspricht" hat der stellvertretende SPÖ-Vorsitzende, Nationalratspräsident Heinz Fischer gefordert. Die Regierung habe zuletzt nicht einmal auf eine Reihe von Empfehlungen einigen können und im Ministerrat keine Diskussionsgrundlage verabschiedet. Eine Vier-Parteien-Einigung sei deshalb nicht in Reichweite, so Fischer. Die Ausarbeitung der neuen Verteidigungsdoktrin führe schon deshalb in die Sackgasse, weil die Regierung "mit dem Ziel um drei Ecken herum doch noch bei der NATO-Mitgliedschaft zu landen", von einer völlig falschen Lagebeurteilung ausgehe, meinte Fischer. Österreich sei nicht "allein auf weiter Flur von Feinden umringt", sondern im Gegenteil Mitglied der Europäischen Union und der NATO-"Partnerschaft für den Frieden". Die sicherheitspolitischen Aufgaben Österreichs lägen nach dem Ende des Kalten Krieges im Krisenmanagement, im Peace-Keeping und in der Katastrophenbekämpfung. "Im Übrigen können wir Österreicher aus vielen Gründen froh sein, dass wir zum NATO-Einsatz im Kosovo einschließlich der Verwendung von Uran-Munition jenen Abstand gehalten haben, der sich aus unserer Verfassung ergibt", sagte Fischer. (APA)