Wien - Die Ärzteschaft soll zukünftig in der Patientenbetreuung mehr Gewicht auf Ernährungsberatung legen. Da aber auch den zunehmend übergewichtigen Patienten die Bedeutung eines gesunden Essverhaltens näher gebracht werden soll, startet die Ärztekammer Wien gemeinsam mit der Akademie für Ernährungsmedizin eine Informationsoffensive. Ziel ist die Schaffung von Voraussetzungen für die ambulante und stationäre ernährungsmedizinische Versorgung, so Kurt Widhalm, Präsident der Akademie für Ernährungsmedizin, heute, Donnerstag, auf einer Pressekonferenz. Übergewicht, dem häufig koronare Herzerkrankungen, Atherosklerose, Diabetes Typ-II oder Bluthochdruck folgen, müsse mehr in das Bewusstsein der Ärzte gelangen, forderte der Präsident der Akademie und Leiter der Arbeitsgruppe Fettstoffwechsel und Ernährung am AKH Wien. "Gemeinsam mit anderen Berufsgruppen, wie Sporttherapeuten, Ernährungswissenschaftlern und Psychologen müssen verhaltenstherapeutische und Vorsorge-Programme entwickelt werden, um die präventive Rolle einer ausgewogenen Ernährung zu verstärken. Auch praktizierende Ärzte sollen der Ernährungsberatung gewachsen sein", so Walter Dorner), Präsident der Ärztekammer Wien. So werde man in den nächsten Wochen niedergelassenen Ärzten Infomaterial und Fortbildungsmöglichkeiten zukommen lassen. "Zusätzliche könnten bessere Ernährungsgewohnheiten durch Einsparungen bei Krankenhausaufenthalten das Gesundheitsbudget um bis zu zehn Prozent reduzieren", erläuterte Widhalm. Dies habe bereits eine US-Studie bewiesen, bei der sich durch präventive Maßnahmen die jährlichen Einsparungen auf rund 15 bis 20 Mrd. Dollar beliefen. In diesem Zusammenhang erwähnt Gabriele Müller, Fachärztin für Innere Medizin und Ernährungsmedizinerin, auch den häufig wahllosen Konsum von teuren Supplementen und Vitaminpräparaten. "Auch hier muss der Arzt als warnender Berater agieren", so Müller, da diese Präparate nicht immer nötig und nicht jedes harmlos sei. (pte)