Moskau - Nach der Entführung eines Mitarbeiters der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" in Tschetschenien hat die UNO ihre Hilfsmaßnahmen in der abtrünnigen Kaukasusrepublik vorerst eingestellt. Der Chef des Moskauer UNO-Büros für humanitäre Aufgaben, Toby Lanzer, sagte am Donnerstag, die Entführung werde schwerwiegende Auswirkungen auf die künftigen Hilfsprojekte in der Region haben. Auch "Ärzte ohne Grenzen" stellte nach dem Überfall ihre Hilfsprojekte ein. Nach Angaben der Organisation ist der Amerikaner Kenny Gluck am Dienstag von einer Gruppe bewaffneter und maskierter Männer bei einem Angriff auf einen Hilfskonvoi 20 Kilometer südlich von Grosny verschleppt worden. Die Angreifer hätten auf den Konvoi geschossen und dabei auch einen Landsmann Glucks leicht am Kopf verletzt. Russische Vorwürfe, das der Amerikaner von tschetschenischen Separatisten entführt worden sei, wiesen die Aufständischen zurück. Die UNO wollte zuletzt Nahrungsmittel für 90.000 Tschetschenen verteilen. Die Europäische Union half im vergangenen Jahr mit 19 Millionen US-Dollar (20,0 Mill. Euro/275 Mill. S). (APA/Reuters)