Wien - Trotz BSE-Krise in Europa bestehe für Rindfleisch-Alternativen wie Strauß oder Känguru nach wie vor ein riesiger Unsicherheitsfaktor bezüglich der Krankheitserreger dieser Tiere, so der Tierschutzorganisation Vier Pfoten, heute, Freitag, in einer Aussendung. "Bisher hat noch niemand eindeutig erforscht, ob diese Erkrankungen auf den Menschen übertragbar sind oder nicht", meinte Josef Pfabigan, Kampagnendirektor bei den Vier Pfoten. "Aus unserer Sicht ist der Vorteil gegenüber BSE in keiner Weise gegeben. Die einzig echte Alternative zum Verzehr von Rindfleisch kann nur sein, den eigenen Fleischkonsum zu überdenken und bis zur eindeutigen wissenschaftlichen Klärung aller Unsicherheitsfaktoren einzuschränken", sagte Pfabigan. Klima macht artgerechte Haltung unmöglich Bezüglich Straußenfleisch meinte Pfabigan, dass es in Österreich zwar einige genehmigte Straußenfarmen gebe, doch nach Erkenntnis der Tierärzte sei eine artgerechte Haltung nicht möglich. "Die natürliche Fortpflanzung der Tiere ist auf Grund der klimatischen Voraussetzungen in unseren Breiten unmöglich. Das wäre für eine ordentliche Haltung jedoch unerlässlich." Darum seien in der letzten Zeit in der Steiermark auch keine Anlagen mehr genehmigt worden, so der Vier Pfoten-Mitarbeiter. Mangelnde Erfahrung bei der Schlachtung Ein weiteres Problem sei die mangelnde Erfahrung bei der Schlachtung dieser Laufvögel. "Eine schmerzfreie Tötung, wie sie im Tierschutzgesetz verankert ist, kann nicht gewährleistet werden", sagte Pfabigan. Auch sei es völlig unmöglich, den für die Tiere unbedingt notwendigen Auslauf zur Verfügung zu stellen. Der Tierexperte weiter: "Straußenfleisch wird außerdem auch noch importiert, und eine Kontrolle der Haltungsbedingungen sowie der hygienischen Bestimmungen in den Ursprungsländern ist nahezu unmöglich." Großbritannien wurde der Verkauf von Kängurufleisch bereits verboten Laut dem Tier-Experten gibt es in Europa Kängurufarmen nur in Deutschland und Dänemark. "In Großbritannien wurde der Verkauf von Kängurufleisch bereits verboten, so Pfabigan. Kängurufleisch kommt zumeist aus groß angelegten Jagden Ebenso werde das Kängurufleisch zum Großteil aus Australien eingeführt. "In groß angelegten Jagden werden die Tiere meist in der Nacht in die Lichtkegeln von starken Scheinwerfern gelockt und dann abgeknallt. Die oft noch lebenden Tiere werden auf den Ladeflächen der Lastwägen aufgehängt und ungekühlt über hunderte von Kilometern transportiert. Viele erliegen erst beim Transport ihren Schussverletzungen", erzählte Pfabigan. (APA)