Belgrad - Etwa 400 von insgesamt 700 in Serbien inhaftierte Kosovo-Albanern könnten bald mit ihrer Freilassung rechnen. Das sieht der Entwurf eines Amnestie-Gesetzes vor, den die jugoslawische Regierung vorbereitet hat und dem Parlament vorschlagen wird. Das berichtete die Nachrichtenagentur Beta am Freitag unter Berufung auf die private Belgrader Stiftung für Menschenrechte (FHP). Die Albaner in der südserbischen Provinz verlangen seit längerem die Freilassung ihrer in Serbien inhaftierten Landsleute. Gleichzeitig verlangen die Kosovo-Serben die Klärung des Schicksals mehrerer hundert im Kosovo vermisster Serben. Das Amnesie-Gesetz sieht keine Begnadigung für Sträflinge vor, die wegen Terrorismus verurteilt sind. Ihre Zahl wird auf 200 bis 250 geschätzt. Diese Personen könnten jedoch andere Rechtsmittel wie Berufungen nutzen, weil viele der Prozesse in der Vergangenheit politisch motiviert und "montiert" waren, meinte die FHP. Die jugoslawischen Behörden hätten jetzt "guten Willen" gezeigt, sagte Biljana Kovacevic, Vorsitzende des jugoslawischen Juristenkomitees der Agentur. (APA/dpa)