Innsbruck/Stuttgart - Bei einem aus Österreich stammenden Rind gibt es den ersten BSE-Verdachtsfall. Ein in Tirol aufgezogenes Tier wurde in Deutschland getestet. Das Tier wurde in Schattwald im Außerfern geboren und wurde über einen Vorarlberger Tierhändler nach Baden-Württemberg verkauft. Dort wurde es geschlachtet. Weder positiv noch negativ "Der BSE-Test, der an dem Rind aus Tirol in Deutschland durchgeführt wurde, ist weder positiv noch negativ. Die deutschen Stellen ordneten ihn als 'nicht eindeutig negativ' ein. Die Überprüfungs-Untersuchung wird in Tübingen stattfinden", erklärte Gerald Grosz, Sprecher von Sozialminister Herbert Haupt. Alle notwendigen Vorkehrungen seien getroffen worden. Der Sprecher des Ressortchefs weiter: "Der Minister hat die Aktivierung des BSE-Krisenplans angeordnet. Der Minister hat das zum Schutz der Konsumenten auch für den Fall als notwendig gesehen, dass sich der Verdacht eventuell nicht bestätigt." Der Sprecher des Ministers wies auf ein weiteres und möglicherweise wichtiges Faktum hin: "Der Schnelltest an dem Tier erfolgte mit einem Test aus jener Charge, die in den vergangenen beiden Wochen in Deutschland zu 64 falsch positiven Untersuchungsergebnissen geführt hat." Es könnte also durchaus sein, dass auch hier ein objektiv falsches Resultat vorliege. Hof in Schattwald gesperrt Nach Auskunft des für den Veterinärbereich in Tirol zuständigen LHSTv. Ferdinand Eberle wurde das Tier 1993 geboren. Der landwirtschaftliche Betrieb des Nebenerwerbsbauers Gebhard K., aus dem die Kuh stammt, wurde gesperrt. Eberle betonte, dass er befürchtet habe, dass in Tirol BSE-Fälle auftreten könnten. Als Ursache für den konkreten Fall vermutet er, dass das Tier, das an der Grenze zu Deutschland in Tirol aufgezogen wurde, auch Futtermittel mit Tiermehlzusätzen haben könnte. Mittlerweile sei eine Seuchenkommission gebildet worden und bereits Futtermittelproben im Schattwalder Bauernhof gezogen worden, so Ministersprecher Grosz. Durch die Untersuchungen soll die Basis dafür geschaffen werden, die Ursache für den BSE-Fall herauszufinden, wenn sich dieser als objektiv richtig herausstellten sollte. Krisenplan in Tirol in Kraft getreten In Tirol ist rund um den ersten BSE-Verdachtsfall ein Krisenplan in Kraft getreten. Wie der für den Veterinärbereich in Tirol zuständige LHstv. Ferdinand Eberle in Innsbruck mitteilte, wurde dieser Krisenplan bereits vor mehreren Wochen, nach den ersten BSE-Fällen in Bayern, ausgearbeitet. Vorerst sei nämlich noch nicht bekannt, ob aus diesem Hof weitere Tiere "hinausgegangen seien", erklärte Landesveterinärdirektor Eduard Wallnöfer. Endgültiges Ergebnis Mitte nächster Woche Im betroffenen Tiroler Bauernhof stehen fünf Rinder, vier Kälber und zwei Kühe im Stall. Sollte sich der erste BSE-Verdacht an dem sieben Jahre alten Rind nach einem zweiten Test in der Universität in Tübingen in Deutschland bestätigen, müssen diese Tiere geschlachtet und verbrannt werden. Das endgültige Testergebnis wurde für Mitte nächster Woche erwartet, teilte der Tiroler Landeshauptmann Weingartner mit. (APA)