Wien - In einer Vorausmeldung zu seiner am Montag erscheinenden neuen Ausgabe schreibt das österreichische Nachrichtenmagazin "Format" von angeblich "massiver EU-Kritik" an Österreichs Gesundheitsminister Herbert Haupt. Verbraucherkommissär David Byrne stehe der Aussage, in den nächsten zwei Jahren sei in Österreich kein BSE-Fall zu erwarten, skeptisch gegenüber. Haupt selbst bezeichnete am Sonntag gegenüber der APA die vermeintliche Kritik als "Retourkutsche aus Brüssel" für die von Österreich vor Weihnachten getroffenen Maßnahmen. Eigentlich kaum ... Das Nachrichtenmagazin zitiert Byrne mit folgendem Satz: "Kein Land darf sich in Sicherheit wiegen. Es gibt keinen Grund zur Selbstzufriedenheit." Die Aussage bezieht sich offenbar auf die von Fachleuten in Österreich geäußerte Hoffnung, dass in den kommenden zwei Jahren eigentlich kaum mit einem BSE-Fall in Österreich zu rechnen sei. Diese Meinung hatte Haupt in der Öffentlichkeit wiedergegeben. Haupt, der das Vorliegen massiver EU-Kritik ("Format") als falsch einstufte: "Ich begrüße die Aussagen des österreichischen Experten Prof. Dr. Walter Schuller (Leiter der Bundesanstalt für Veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling, Anm.)." Aufgrund der seit 1990 in Österreich getätigten Vorkehrungen in allen Bereichen von Gesundheitswesen und Landwirtschaft erwarte der Fachmann eben diese Situation. Dieser Einschätzung schließe sich er, Haupt, an. "Format" berichtet weiter, dass am 29. Jänner eine dreiköpfige Expertenkommission der EU nach Österreich kommen werde, um zu "kontrollieren, ob hier zu Lande alle europaweit geltenden BSE-Sicherheitsstandards eingehalten" würden. Der Minister dazu: "Ich bin guten Mutes, dass die Ergebnisse besser als anderswo sind." Sowohl auf der Ebene der Untersuchungsanstalten als auch in den Schlachthöfen und bei allen übrigen Beteiligten seien höchste Vorkehrungen getroffen worden, um einer Gefahr vorzubeugen. Die jüngsten Vorfälle in Deutschland mit zweifelhaften BSE-Tests in privaten Labors würden die Vorgangsweise seines Ressorts - so der Minister - unterstützen. In der ersten Phase der Schnelltests sollten weiterhin die amtlichen Untersuchungsanstalten die Arbeiten durchführen. Erst in einer zweiten Phase könne man an eine Übertragung solcher Agenden an lizenzierte und amtlich genau überprüfte private Stellen denken. Kein Rücktritt Das Nachrichtenmagazin spricht auch davon, dass Haupt für den Fall, dass die EU-Experten grobe Mängel entdeckten, an einen Rücktritt denke. Dies bezeichnete Haupt als falsch: "Ich habe keinen Grund deshalb zurückzutreten, weil es in Österreich bisher keinen BSE-Fall gegeben hat. Sollte es wirklich zu irgendwelchen Verstößen gekommen sein, werde ich sicher bleiben, bis sie aufgeklärt und die Beteiligten in aller Konsequenz verfolgt worden sind. Wer glaubt, dunkle Kanäle beschreiten zu können, muss mit strengen Konsequenzen rechnen." Er, Haupt, sei für die Sicherheit der Konsumenten verantwortlich und werde sich dieser Verantwortung nicht entziehen. Wie Haupt weiter erklärte, hätte er seit den Tagen vor Weihnachten mit einer eventuellen "Retourkutsche aus Brüssel" gerechnet. Der österreichische Minister über den EU-Verbraucherkommissär Byrne: "Für meinen Geschmack ist er zu sehr an der Liberalisierung und zu wenig am Konsumentenschutz interessiert." (APA)