Kobe/Wien - Finanzminister Karl Heinz Grasser (F) zieht vor dem Abschluss des ASEM-Finanzministertreffens im japanischen Kobe eine positive Bilanz: "Mein Eindruck ist das deutlich gestiegene Interesse der asiatischen Partner an europäischen Fragen, aber auch umgekehrt eine zunehmende Bereitschaft der EU-Finanzminister, sich nach der erfolgreichen Einführung des Euro wieder aktiver mit der Außenwelt auseinanderzusetzen." Daraus leitet Grasser laut einer Aussendung am Sonntag aber auch einen Auftrag für Österreich ab: "Dies macht es notwendig, eine österreichische Asienstrategie der Bundesregierung zu definieren." Als eines der konkreten Ergebnisse seiner Reise freut sich Grasser über Großinvestitionen der Firma Matsushita (die die österreichische Firma MC Electronics übernommen hatte) in Österreich, die ihr Firmenareal in Enns (Oberösterreich) von derzeit 32.000 m2 auf fast 80.000 m2 erweitern wird. US-Konjunktur kein Anlass zur Sorge Seine Gespräche - er besuchte auch Singapur und Hongkong - und die ASEM-Tagung haben nach Grassers Ansicht gezeigt, dass die Abschwächung der US-Konjunktur wohl eine Reihe von Risiken mit sich bringen würde, aber mit einer "ge- und entschlossenen" wirtschaftspolitischen Reaktion keinen Anlass zu Besorgnis geben müsse. Der Minister betonte auch in Kobe, dass die Wirtschaftsaussichten für Österreich sehr positiv sind. Die Situation erfordere aber weitere Strukturreformen, eine Stärkung von Finanz- und Kapitalmärkten, weitgehende Handelsliberalisierungen, insbesondere eine klare konsolidierungsorientierte Fiskalpolitik als wichtiges Signal um Vertrauen durch eine vorhersehbare Wirtschaftspolitik zu schaffen, eine Stärkung der regionalen Kooperationen der Regionen auch untereinander. Letztlich, so betonte Minister Grasser, bedeutet die EU-Osterweiterung einen positiven Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung, wovon auch die asiatischen Partner profitieren werden. "Das dritte Zusammentreffen der Finanzminister aus Europa und Asien war auch deshalb wichtig, weil neben den Gesprächen USA-Asien und Europa-USA auch die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien verstärkt werden muss. Das ASEM-Meeting ist ein positives Signal für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte. Man hat erkannt, dass die Risken und Unsicherheiten (Konjunktur in den USA, Bankkrise in Japan, Aktienmärkte) gestiegen sind. Diese Konferenz greift die Themen auf und gibt ein klares Bekenntnis zur intensiveren Zusammenarbeit ab: Proaktives Handeln um möglichen Krisen entgegenzuwirken", so der Finanzminister. (APA)