Wien - Österreich liegt mit rund zwölf Schwangerschaften pro 1000 Frauen unter dem 19. Lebensjahr im internationalen Spitzenfeld der ungewollten Schwangerschaften bei Jugendlichen. Angeführt wird diese Statistik von den USA (55/1000) und Großbritannien (22/1000). Die niedrigsten Zahlen weisen die Niederlande (4/1000) und die Schweiz (5/1.000) auf. Das erklärten am Wochenende Fachleute bei einer Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe im Wiener AKH. Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein leichter Zugang zum Schwangerschaftsabbruch nicht zu mehr Abtreibungen führt. In Österreich unterliegen Abtreibungen keiner Meldepflicht. Man gehe aber von einer Gesamtzahl von rund 25.000 pro Jahr aus, sagte Oberarzt Wolfgang Walcher, Leiter der Abteilung für Perinatologie an der Grazer Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe: Am häufigsten ließen junge Frauen, Neuzuwanderinnen und deren Kinder sowie Frauen, die schon längere Zeit keine Verhütungsmittel mehr angewendet haben, Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Hälfte ohne Schutz Schlecht sei das Kontrazeptionsverhalten der österreichischen Jugendlichen. Laut Umfrage der Spezialambulanz First Love an der Wiener Rudolfstiftung erleben etwa 50 Prozent der Jugendlichen ihren Geschlechtsverkehr ungeschützt. Das Durchschnittsalter der Mädchen bei ihrem ersten Geschlechtsverkehr liegt bei 15,3 Jahren. Wichtig ist für alle Betroffenen die Rechtslage. Stichtag für die Verordnung von Verhütungsmitteln ist der 14. Geburtstag. Ab dem vollendeten 14. Lebensjahr, dürfen Verhütungsmittel an Mädchen grundsätzlich ohne das Einverständnis der Erziehungsberechtigten abgegeben werden. Das gilt auch für die "Pille danach". (APA)