Nablus/Jerusalem - Im Westjordanland ist ein Palästinenser ermordet aufgefunden worden, der der Kollaboration mit Israel verdächtigt wurde. Der 38-Jährige sei erschossen und dann vor sein Haus geworfen worden, berichteten Augenzeugen am Montag. Bewohner seines Heimatorts bei Nablus gaben an, der Mann habe Israel während des ersten palästinensischen Volksaufstands von 1987 bis 1993 mit Informationen beliefert. Erst am Samstag waren zwei mutmaßliche palästinensische Kollaborateure hingerichtet worden. Zudem verurteilte ein palästinensisches Gericht in Bethlehem zwei weitere Männer wegen Kollaboration mit Israel zum Tode. Barak verurteilt Tod eines jüdischen Siedlers Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak verurteilte unterdessen die Ermordung eines jüdischen Siedlers scharf. Die Tat sei ein "Schlag für den Friedensprozess", hieß es in einer Erklärung aus Baraks Büro. Barak habe an Palästinenserpräsident Yasser Arafat appelliert, der Gewalt in den Palästinensergebieten ein Ende zu setzen. Nach dem Fund der Leiche am Montag verhängte die israelische Armee erneut eine Totalsperre über den Gazastreifen. Der palästinensische Flughafen in Gaza und die Grenzübergänge in Karni und Eres wurden wieder gesperrt, wie ein Armeesprecher mitteilte. Tausende Palästinenser wurden daran gehindert, zur Arbeit nach Israel zu fahren. (APA)