Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA
Singapur - Der deutsche Finanzminister Hans Eichel (SPD) hält den Euro trotz der Kurserholung in den vergangenen Wochen weiter für unterbewertet. Eichel sagte am Dienstag in Singapur, der "irrational" niedrige Euro-Kurs zum Dollar sei nur schwer zu erklären. Hierbei habe offenbar Psychologie an den Devisenmärkten eine große Rolle gespielt. So bringe der Euro noch keine lange "Wachstumgeschichte" mit. Das ändere sich aber mit der Zeit. Der Finanzminister beklagte, die Märkte hätten die wirtschaftliche Stärke, die hinter der europäischen Gemeinschaftswährung stehe, noch gar nicht richtig zur Kenntnis genommen. So seien Bevölkerungszahl und Wirtschaftskraft der Euro-Zone mit denen der USA vergleichbar. "Im Verhältnis zum US-Dollar ist der Euro unterbewertet - trotz der positiven Entwicklung in den letzten Monaten", sagte Eichel. Zwar hätten die USA bisher durchgehend höhere Wachstumsraten zu verzeichnen als Europa. Dies habe sich nun aber geändert. So habe sich die Konjunkturentwicklung in den USA merklich abgekühlt. In Europa bleibe dagegen das Wachstum stark. " Verstärkte Kapitalanlage im Euro-Raum Ich bin sicher, die Märkte werden dies schon bald durch eine verstärkte Kapitalanlage im Euro-Raum berücksichtigen", sagte Eichel. Der Euro habe alle Voraussetzungen dafür, eine wesentlich wichtigere Rolle in der Welt zu spielen, als er dies zurzeit tue. Die Kursentwicklung in den vergangenen Wochen bestätige ihn in dieser Auffassung, sagte Eichel, der auch auf die in der Euro-Zone erreichte Preisstabilität hinwies. Der Euro notierte am Dienstag mit einem Kurs von 0,94 Dollar. Im Herbst hatte er einen Tiefstand von 0,82 Dollar erreicht. Gestartet war der Euro Anfang 1999 mit einem Kurs von 1,18 Dollar. (APA/Reuters)