Wien - Bereits am 26. Jänner 2001 werden die Stammaktien der Bank Austria zum letzten Mal an der Wiener Börse gehandelt. Damit erlischt die Notierung der Aktie der größten österreichischen Bank, die mit bisher 20,29 Prozent auch das größte Schwergewicht im Wiener Leitindex war. Die Bank Austria wird in die bayerische HypoVereinsbank (HVB) eingebracht, ein BA-Aktionär automatisch Aktionär der HVB. Mit 29. Jänner wird der BA-Titel dann nicht mehr im Leit- und Fließhandelsindex ATX berücksichtigt sein. Die Aktien der Erste Bank werden mit Wegfall der Bank Austria voraussichtlich mit rund 19 Prozent gewichtet und somit zum neuen ATX-Schwergewicht aufsteigen. Dies hat das ATX-Komitee am Montag Nachmittag in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen. Statt Bank Austria (BA) wird kein neuer Wert in die ATX-Berechnung aufgenommen, teilte die Wiener Börse AG am Dienstag mit. Der Widerruf der Zulassung zum Handel an der Wiener Börse steht im Zusammenhang mit der Fusion der BA, Österreichs größter Bank, mit der bayerischen HypoVereinsbank. Die BA-Aktien (114 Millionen Stück) werden in den ersten Februartagen 2001 im Verhältnis 1:1 gegen HVB-Aktien getauscht. Streubesitz wird künftig genauer berücksichtigt werden Wie von der Wiener Börse AG bereits mehrfach angekündigt, wird der Streubesitz künftig genauer in der ATX-Berechnung berücksichtigt werden. Mit der bevorstehenden Streichung des der Bank Austria aus ATX werden die anderen Indexwerte durch die Bank an Gewicht gewinnen. Am deutlichsten profitieren werden die Aktien der Erste Bank, die nach Berechnungen der Wiener Börse mit einem Gewicht von voraussichtlich rund 19 Prozent zum neuen Indexschwergewicht des Wiener Marktes aufrücken. Auf Grund der verfeinerten Berechnung der Streubesitzfaktoren sind die im Wiener Blue Chips-Segment gelisteten Titel unterschiedlich von dem Wegfall der Bank Austria betroffen. Überproportional zulegen können so Austria Tabak und Telekom Austria, die ihren Anteil am Index rund verdoppeln und voraussichtlich mit rund neun bis zehn Prozent im ATX gewichtet werden. Die Gewichtung der OMV werde hingegen bei elf Prozent liegen und sich damit nur geringfügig erhöhen. Es sei schon länger zu registrieren, dass Fonds, die sich am ATX als Benchmark orientieren, zusätzliche Stücke jener Aktien über den Markt kaufen, die im ATX schwerer gewichtet werden - ein Prozess, der laut Steininger noch einige Zeit andauern sollte. Die Erste Bank-Aktie sollte zudem davon profitieren, dass sie nach dem Wegfall der Bank Austria als einziger Wert den Bankensektor im ATX darstelle. Der Experte stuft das Papier aktuell mit "übergewichten" ein. (APA)