Wien/Linz - Jeder zweite Wiener würde es begrüßen, wenn der FPÖ-Spitzenkandidat Hilmar Kabas durch einen anderen Spitzenkandidaten ersetzt würde - nur zehn Prozent halten ihm die Stange. Das geht aus der in der Vorwoche durchgeführten market-Umfrage für den Standard hervor. Die Detailauswertung der Umfrage ergibt, dass jene, die die FPÖ für überhaupt wählbar halten (der 26 Prozent umfassende so genannte "weiteste Wählerkreis”), überdurchschnittlich stark an einer Ablöse von Kabas interessiert sind. Quer durch alle Parteien ist die Ansicht verbreitet, dass es ein Vorteil für die FPÖ wäre, Kabas auszutauschen. Nur 16 Prozent sehen einen Nachteil darin, wenn die Wiener FPÖ nun die Stallorder ändert. "Das könnten Leute sein, die dies als Zeichen der Schwäche sehen,” interpretiert market-Studienleiter David Pfarrhofer, "aber das ist mehr oder weniger Spekulation, weil wir das nicht näher abgefragt haben.” Nur drei Prozent für Kabas In einer (fiktiven) Bürgermeister-Direktwahl würden nur drei Prozent für Kabas stimmen. Amtsinhaber Michael Häupl ist mit 55 Prozent nahezu unschlagbar. Auffallend: Während die deklarierten SPÖ-Anhänger zu 88 Prozent hinter Häupl stehen, sagt nur jeder zweite deklarierte FPÖ-Wähler, dass er für Kabas stimmen würde. Häupl punktet deutlich bei den älteren Wienern sowie im niedrigsten Bildungssegment. Der Grüne Christoph Chorherr findet seine Anhängerschaft dagegen bei den unter 30-jährigen und in der höchsten Bildungsschicht - in diesen Wählergruppen würden je 22 Prozent Chorherr wählen. Bernhard Görg von der ÖVP liegt insgesamt mit 13 Prozent in der Direktwahl vor Chorherr (neun Prozent). Seine eigenen Parteiwähler hat er aber nur zur Hälfte hinter sich. Er punktet bei Wirtschaftstreibenden. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 17. 1. 2001)