Wien - In Österreich ist weiterhin kein BSE-Fall bekannt: Dienstagabend gaben Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner und der Agrarreferent LHStv. Ferdinand Eberle bekannt, dass die Kuh aus dem Tiroler Außerfern nicht von der Seuche befallen war. Hier eine Chronologie über den Fall in den vergangenen drei Tage: 14. Jänner 2000: Der Tiroler Landeshauptmann Wendelin Weingartner (V) informiert, dass es bei einem aus Österreich stammenden Rind den ersten BSE-Verdachtsfall gibt. Das so genannten Bio-Rad-Testverfahren erbrachte in Deutschland an der Universität Tübingen ein "nicht eindeutig negatives Ergebnis". Das Tier mit der Kennzeichnungsnummer "AT 172.112.445" wurde am 27. Oktober 1993 in Schattdorf in Ausserfern geboren und am 24. November 2000 über einen Vorarlberger Tierhändler nach Baden-Württemberg (Landkreis Sigmaringen) verkauft. Das Rind ist am 12. Jänner 2001 in einem deutschen Schlachthof getötet worden. Der landwirtschaftliche Kleinbetrieb, aus dem die Kuh stammt, wird gesperrt. Wenn sich der Verdacht bestätigt, sind zwölf Tiere von der Schlachtung bedroht. Der betroffene Bauer würde dann Entschädigungszahlungen erhalten. Auf dem Bauerhof werden erste Futtermittelproben gezogen. Eine Seuchenkommission wird gebildet. Gesundheitsminister Herbert Haupt aktiviert den BSE-Krisenplan. Der Sprecher des Ministers, weist darauf hin, dass der Schnelltest, der an dem Tier erfolgte, mit einem aus jener Charge gemacht wurde, die in Deutschland zu 67 falsch positiven Untersuchungsergebnissen geführt hat. Im Gesundheitsministerium wird ein Seuchenstab eingerichtet, zu dem sich auch Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck einfindet. 15. Jänner 2001: Im Tiroler Außerfern herrscht gedrückte Stimmung und Warten auf das Testergebnis. Der betroffene Bauer ist zu keiner Stellungnahme bereit, beteuerte aber, kein mit Tiermehl versetztes Kraftfutter aus dem Ausland an seine Tiere verfüttert zu haben. Das deutsche Ministerium Ländlicher Raum kündigt an, dass es das endgültige BSE-Ergebnis für das aus Österreich stammende Rind spätestens am Donnerstag geben wird. Die Untersuchung nimmt das Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen vor. Der Tiroler Krisenstab tagt zum BSE-Verdachtsfall. Dabei wird eine vertiefende Untersuchung der Tierbewegung gefordert. Die EU-Kommission ist laut EU-Verbraucherschutzkommissar David Byrne über den ersten BSE-Verdachtsfall in Österreich nicht überrascht. Ein geographisches Risiko sei seit längerem durch Studien des wissenschaftlichen EU-Lenkungsausschusses bekannt. 16. Jänner 2001: In einer Futtermittelprobe aus dem Tiroler Außerfern wird Tiermehl entdeckt - und zwar auf einem Nachbarbauernhof jenes Betriebes, aus dem die unter BSE-Verdacht stehende Kuh stammt. Die gefundenen Knochenreste seien "mikroskopisch gerade noch erfassbar". Der Landwirt kann allerdings eine Bestätigung des deutschen Herstellers vorweisen, in der dieser versichert, dass kein Tiermehl zur Produktion verwendet wurde. Auf Anweisung Eberles werden die betroffenen Futtermittelvorräte beschlagnahmt. Am Abend wird das zweite Testergebnis aus Deutschland bekannt, wonach die Tiroler Kuh nicht von BSE befallen war. Die Sperre des Hofes wird aufgehoben. (APA)