Wien - Eine Total-Offensive der österreichischen Bundesregierung für die Gesamt-Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in Temelin hat am Donnerstag SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima nach dem Tags zuvor befassten Beschluss der Prager Regierung zu einer UVP gefordert. "Während in Prag die Weichen nun gestellt sind, hüllt sich die österreichische Bundesregierung in Schweigen und scheint nur abzuwarten", kritisierte Sima. Sima hält den für die UVP anberaumten Zeitplan bis Ende Mai angesichts des alarmierenden Sicherheitszustandes des AKW entschieden zu kurz. Es sei zu befürchten, dass die tschechische Atomlobby eine Alibi-UVP zur Beruhigung der Österreicher durchführen wolle, was unbedingt verhindert werden müsse. auch österreichische Experten Darüber hinaus vermutet die Umweltsprecherin, dass von Prager Seite geplant sei, lediglich bereits vorhandenes Material für die Überprüfung heranzuziehen. Bei der Zusammensetzung des Expertenteams fordert Sima die unbedingte Einbeziehung auch österreichischer Experten. Da Österreich als Nachbarstaat vom grenznahen AKW Temelin unmittelbar betroffen sei, sei auch die Parteienstellung Österreichs im vereinbarten UVP-Verfahren mehr als eine Selbstverständlichkeit. Global 2000 fordert Protest der Regierung Die Umweltorganisation GLOBAL 2000 forderte im Zusammenhang mit der Entscheidung in Tschechien über eine Temelin-UVP einen sofortigen Protest der österreichischen Bundesregierung. "Die bis jetzt bekannt gewordenen Details sind ein Affront und ein Widerspruch gegenüber dem Melker Protokoll", kommentierte Corine Veithen, Anti-Atom-Sprecherin von GLOBAL 2000. "Bundeskanzler Schüssel kann dazu nicht mehr länger schweigen. Österreich muss umgehend einen Gegenvorschlag einbringen". so Veithen. Kommission sei jetzt am Zug und müsse eine ordnungsgemäße Durchfüehrung der UVP einfordern. (APA)