Kairo - Israels Außenminister Shlomo Ben Ami hat die jüdischen Siedler in den palästinensischen Gebieten zur Einhaltung der Gesetze gemahnt. Seine Regierung werde alles tun, um Selbstjustiz der Siedler zu verhindern, kommentierte Ben Ami am Mittwoch in Kairo die jüngsten Angriffe jüdischer Siedler auf Palästinenser. Der Außenminister kam danach an einem geheim gehaltenen Ort in Kairo mit Palästinenserpräsident Yasser Arafat zu Gesprächen zusammen. Nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsdidenten Hosni Mubarak sagte Ben Ami, Israel strebe immer noch einen Friedensschluss auf Grundlage der Vorschläge von US-Präsident Bill Clinton an. Gleichzeitig zeigte er grundsätzlich Verständnis für den Zorn der jüdischen Siedler. Es sei eine "Reaktion auf die Ermordung israelischer Bürger". Am Dienstag hatten Siedler im Gazastreifen Palästinenser geschlagen und eine Moschee beschädigt. Ben Ami sagte, es müsse eine Lösung für die gegenwärtige Situation gefunden werden. Eine für Mittwoch geplante Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern in Jerusalem wurde wegen des Treffens von Arafat und Ben Ami abgesagt. Bei diesen Verhandlungen geht es vor allem darum, in einem Dokument festzulegen, in welchen Punkten beide Seiten übereinstimmen und in welchen nicht. Dass bis zum Ende der Amtszeit von Clinton am Samstag oder vor der Neuwahl des israelischen Ministerpräsidenten am 6. Februar noch ein Friedensabkommen zu Stande kommt, gilt als so gut wie ausgeschlossen. (APA/AP)