Wien - Der jahrelange Rechtsstreit zwischen Ärzten und Apotheken um Hausapotheken bzw. neue öffentliche Apotheken geht weiter. Der zuständige parlamentarische Gesundheitssausschuss beschloss Donnerstag Abend, die Beratungen am 25. Jänner fortzusetzen. Die Sitzung des Ausschusses stand heute unter keinem guten Stern. Man trat um 14 Uhr zusammen, musste aber wegen der Sondersitzung des Nationalrats nach knapp einer Stunde unterbrechen. Nach Ende der Plenardebatte aber, um etwa 19 Uhr, einigten sich die Politiker auf eine Vertagung des Ausschusses. Seit 16 Jahren gibt es diesen "Rechtsstreit zwischen zwei geschützten Berufsgruppen" (Staatssekretär Reinhard Waneck). Dieser glaubte, für das entsprechende Apothekengesetz schon eine "tragbare Lösung" gefunden zu haben, die Apothekerkammer schlug aber neuerlich Alarm und sagte, der Gesetzestext entspreche nicht der Vereinbarung. Die angestrebte Regelung: In einem Gebiet, in dem mehr als 5.500 Personen zu versorgen sind, dürften in Zukunft öffentliche Apotheken eröffnen, Hausapotheken im Umkreis von vier Kilometern müssten aber innerhalb von drei Jahren schließen. Sind weniger als 5.500 Personen zu versorgen, dürfte eine Konzession für eine öffentliche Apotheke nur dann erteilt werden, wenn im Umkreis von vier Kilometern keine ärztliche Hausapotheke existiert. ÖVP und FPÖ hofften auf Einigung, SPÖ und Grüne sehen die Hausapotheke aber nur als "Notfallinstrument" für den ländlichen Raum (Kurt Grünewald, G) bzw. "Notbehelf" (Günther Kräuter, S) an. Grünewald will weitere Beratungen zwischen Ärzte- und Apothekerkammer. (APA)