Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: APA
Rom - Für den siebenmaligen italienischen Regierungschef Giulio Andreotti scheinen die Schwierigkeiten mit der Justiz kein Ende zu nehmen. Anderthalb Jahre nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Mafia-Zugehörigkeit könnte der 81-jährige Ex-Premier Andreotti erneut vor Gericht landen. Die römische Staatsanwältin Maria Cordova, die seit vier Jahren über eine Schmiergeldaffäre ermittelt, in dem auch der Ex-Chef der Telekom-Gruppe Olivetti Carlo De Benedetti involviert ist, hat die Eröffnung eines Prozesses gegen Andreotti beantragt. Sie wirft dem ehemaligen Chef der Christdemokraten Verletzung des Parteien-Finanzierungsgesetzes sowie Beihilfe zu Hehlerei vor. Der Unternehmer De Benedetti wird beschuldigt, in den 80-er Jahren Bestechungsgelder zur Erlangung staatlicher Aufträge für seinen Computerkonzern gezahlt zu haben. Die Schmiergelder sollen an mehrere Parteien geflossen sein, darunter auch an die Democrazia Cristiana (DC) unter Andreottis Führung. Die DC war 50 Jahre lang Italiens stärkste Einzelpartei. Sollten genügend Schuldbeweise bestehen, könnte der Prozess noch vor Ende des Jahres beginnen. Staatsanwältin Cordova beantragte einen Prozess gegen insgesamt 160 Personen, die in die Korruptionsaffäre verwickelt sind. Zu ihnen zählt auch De Benedettis Bruder Franco sowie der Partiechef der Republikanischen Partei (PRI), Giorgio La Malfa, und der Ex-Schatzmeister der inzwischen aufgelösten DC, Severino Citaristi. (APA)