Belgrad - Das serbische Parlament hat am Montag den DOS-Spitzenfunktionär, Dragan Marsicanin, zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Der 50-jährige Jurist und Spitzenpolitiker der Demokratischen Partei Serbiens (DSS) war Mitte der 90-er-Jahre Jahren erster oppositioneller Kommunalleiter eines Belgrader Bezirkes. Für Marsicanin sprachen sich 222 von 245 anwesenden Abgeordneten aus, 22 waren dagegen, einer enthielt sich der Stimme. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 23. Dezember hatten die serbischen Oppositionsparteien zum ersten Mal seit der Wiedereinführung des Mehrparteiensystems im Jahre 1990 einen überzeugenden Wahlsieg verbucht. Das Parteienbündnis DOS hatte 176 von 250 Parlamentssitzen errungen. Die Sozialistische Partei des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic blieb mit 37 Sitzen weit zurück. Parlamentssitze haben noch die Radikale Partei (23) und die Partei der Serbischen Einheit (14). In Serbien sollten Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit herrschen, kommentierte am Montag die Tageszeitung ''Danas'' die berufliche Ausbildung der neuen Parlamentsabgeordneten. Unter ihnen sind 45 Juristen, 35 Ingenieure, 14 Ärzte und elf Universitätsprofessoren. Allerdings haben nur 27 Frauen einen Parlamentsplatz bekommen, 24 von ihnen sind DOS-Abgeordnete. (APA)