Sie sieht sich nicht als Lückenbüßerin, geht nach eigener Aussage in Arbeit auf und empfindet ihre Aussage über afrikanische Drogendealer im Nachhinein als "unglücklich": Wiens FPÖ-Spitzenkandidatin Helene Partik-Pablé wehrt sich im Gespräch mit Martina Salomon gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit. STANDARD: Viele meinen, Sie seien nur Lückenbüßer für die Funktion der Spitzenkandidatin. Was sagen Sie dazu? Partik-Pablé: Naja, das ist eine unnette Behauptung. Ich selbst empfinde mich nicht so - sondern als eine der möglichen Alternativen. STANDARD: Was hat Sie letztlich überzeugt, diesen Job doch noch anzunehmen? Partik-Pablé: Es ist schon eine große Herausforderung, in einer schwierigen Situation den Wahlkampf anzuführen. Ursprünglich wollte ich aber eigentlich weniger und nicht mehr arbeiten. STANDARD: Ist es nicht trotzdem so, dass man immer dann auf eine Frau zurückgreift, wenn sich kein Mann findet? Partik-Pablé: Ja natürlich. Die Frauen holen immer die Kastanien aus dem Feuer. Ich sag' ja immer, dass den Männern ein viel zu hoher Stellenwert eingeräumt wird. STANDARD: Die Volkspartei meint, sie könnten nach der Wahl keinen einzigen Tag mehr zur Verfügung stehen. Stimmt das? Partik-Pablé: Keine Rede davon. STANDARD: Andere Frauen setzen sich in ihrem Alter zur Ruhe. Gibt es einen Zeitpunkt, ab dem Sie von der Politik genug haben? Partik-Pablé: Den gibt's nicht. Ich gehöre zu den Leuten, die sich in der Arbeit verwirklichen. Ich könnte mir ein Leben ohne Arbeit überhaupt nicht vorstellen. STANDARD: Was sagen Sie dazu, dass die SPÖ von Ihnen - wörtlich - einen "aggressiven, xenophoben und kleinkarierten Wahlkampf" erwartet? Partik-Pablé: Ich habe in den 17 Jahren im Nationalrat immer eine sachbezogene Ausländerpolitik gemacht. STANDARD: Es wird aber gerade wieder Ihre seinerzeitige Aussage über Schwarzafrikaner im Parlament kritisiert ("Sie schauen nicht nur anders aus, ... sie sind auch anders, und zwar sind sie ganz besonders aggressiv ..."). Partik-Pablé: Ich finde es unfair, wenn man einen Ausschnitt aus einer Rede verwendet, um meine Ausländerpolitik zu charakterisieren. Wenn Sie hören würden, was SPÖ und Grüne im Parlament gegen die FPÖ für Verbalradikalismen gebrauchen! Aber es ist halt zeitgeistig, die FPÖ zu hauen. Aber wehe, wenn einmal jemand von der FPÖ vielleicht eine ungeschickte Äußerung macht. STANDARD: Sehen Sie es selbst als ungeschickte Äußerung? Partik-Pablé: Ich gebe zu, es war eine unglückliche Äußerung. Ich habe aber eindeutig Drogendealer gemeint. Wer den Zusammenhang kennt, hat es auch so verstanden. STANDARD: Werden Sie die Grünen im Wahlkampf zu Ihrem Hauptfeind erklären? Partik-Pablé: Wir wollen in Wien die rot-grüne Koalition bekämpfen, auf die sich Bürgermeister Häupl ja schon eingeschworen hat. STANDARD: Werden Sie sich mit Jörg Haider gemeinsam plakatieren lassen? Partik-Pablé: Ich sehe keine Veranlassung, davor zurückzuscheuen. Immerhin ist er ein sehr erfolgreicher Politiker und hat in Kärnten mit sehr vielen politischen Unsitten Schluss gemacht. Ich habe ihn gebeten, dass er mich im Wahlkampf unterstützt. (D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 23.01. 2001)