Nairobi/Kinshasa - Nach der Ermordung von Präsident Laurent-Desire Kabila in Kongo sind am Montag Berichte über Massenhinrichtungen und schwere Kämpfe bekannt geworden. Angeblich wurden nach dem Attentat mehr als 380 Regierungssoldaten aus dem Osten des Landes hingerichtet. Entsprechende Angaben machte die Rebellenorganisation "Kongolesische Bewegung für Demokratie" (RCD). Bis zu 250 Menschen sollen bei Kämpfen zweier Volksgruppen ums Leben gekommen sein. Nach RCD-Angaben kamen die exekutierten Soldaten aus der Region Kivu. Die mehr als 380 Männer seien kurze Zeit nach dem Tod Kabilas festgenommen, zu verschiedenen Militärkasernen gebracht und dort hingerichtet worden, sagte der Sprecher der RCD-Rebellen, Lora Kisanga, der dpa. Unter den Opfern seien auch zehn ranghohe Offiziere. Sie seien mit der Begründung exekutiert worden, "Mitglieder einer Verschwörung gegen Kabila" gewesen zu sein. In blutigen Kämpfe in der ostkongolesischen Stadt Bunia starben bereits am Freitag mehr als 200 Mitglieder der Volksgruppen Hema und Lendu. Wie die katholische Nachrichtenagentur MISNA mit Sitz in Rom mitteilte, stellten ugandische Soldaten dort zwar vorübergehend die Ruhe wieder her. Später sei es jedoch wieder zu Racheakten der Hema gekommen, nachdem zu Beginn Kämpfer der Lendu die Stadt Bunia angegriffen hätten. Die Spannungen der beiden Volksgruppen entzündeten sich an der umstrittenen Kontrolle der Gold- und Diamantenminen in der Region.(APA/dpa)