Wien/Bagdad - Seit Beginn dieses Jahres gibt es wieder eine österreichische Handelsvertretung in Bagdad, bestätigte die Wirtschaftskammer am Montag. Der österreichische Handelsdelegierte, der mit 1. Jänner 2000 seine Tätigkeit in der irakischen Hauptstadt aufnahm, fungiert nach Angaben des Außenministeriums zugleich als Handelsrat der österreichischen Botschaft. Die Botschaft sei "formell nie geschlossen worden", hieß es am Montagabend in der Presseabteilung des Außenamtes. Im Zuge des Golfkriegs vor zehn Jahren hatten die westlichen Staaten ihre diplomatischen Vertretungen in Bagdad geschlossen oder ihr Botschaftspersonal von dort abgezogen - sofern sie nicht die diplomatischen Beziehungen wegen des Konflikts abgebrochen haben. Im Falle Österreichs hatten - nach der Abberufung des Handelsdelegierten und des Botschaftspersonals - in den vergangenen Jahren die Vertretungsbehörden im benachbarten Jordanien die Tätigkeit für den Irak mit wahrgenommen. Wiedereröffnung der Botschaft In einer Agentur-Meldung aus Bagdad hatte es am Montag unter Berufung auf einen westlichen Diplomaten geheißen, Österreich und Portugal bereiteten "die Wiedereröffnung ihrer Botschaften" vor. Dieser nicht genannte Diplomat sagte laut der französischen Nachrichtenagentur, die Entsendung des österreichischen Handelsrates vor einer Woche sei dafür ein erster Schritt gewesen. Portugal entsandte seinerseits Mitte Jänner einen Diplomaten zur Sondierung der Lage. Japan habe seine Mission "teils eröffnet", das heißt von Amman reisten alle drei Wochen Diplomaten nach Bagdad. (APA)