Kagenfurt - "Wir öffnen der Wirtschaft ein Tor nach Süd-osteuropa", sagte ÖBB-Marktbereichsleiter Willibald Schi-cho anlässlich der Vorstellung des "Austrian-Slovenian-Express" (As-Express), einem Gemeinschaftsprojekt mit den Slowenischen Eisenbahnen (Slovenske Zeleznice). Damit reduziert sich die Zeit des Gütertransports von Villach über Laibach nach Sarajewo von fünf Tagen auf 36 Stunden. "Kunden aus Mitteleuropa können in Villach oder Laibach ein Gesamtprodukt einkaufen und haben nur mehr einen Ansprechpartner", sagte Schicho. In zwei Jahren rechnen die ÖBB damit, jährlich 500 Züge in Richtung Süden einzusetzen und einen Umsatz von rund 100 Millionen Schilling (7,2 Millionen Euro) zu erwirtschaften. Zu den wichtigsten Kunden zählen derzeit die Bau- und Holzindustrie. Weitere Projekte Srecko Zerjav von den Slowenischen Eisenbahnen sagte anlässlich einer Pressekonferenz in Klagenfurt, dass kein anderes Land in Bosnien so stark investiere wie Slowenien und sich Unternehmen wie Gorenje oder das Handelshaus Mercato dort niedergelassen hätten. "Bosnien wird sich in den nächsten fünf Jahren bedeutend weiterentwickeln und braucht Hilfe", begründet Zerjav die Kooperation mit den ÖBB. Die ÖBB sprechen im Zusammenhang mit dem AS-Express, der außer Sarajewo noch vier weitere Städte in Bosnien-Herzegowina ansteuert, vom ersten Gemeinschaftsprojekt mit Slowenien, dem noch weitere folgen könnten.

So etwa wird die Installierung eines gemeinsamen Logistikzentrums in Laibach überlegt, insbesondere weil der Seeweg nach Koper für die ÖBB von großer Bedeutung ist. (Josef Schneeweiß, DER STANARD, Printausgabe 24.1.2001)