Wien - Große Technologiesprünge sind auch in den kommenden fünfzig Jahren in der Computerindustrie zu erwarten. Davon überzeugt ist Joel Birnbaum, Chefwissenschafter des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard (HP), der den Wandel in der Informationstechnologie bereits seit 35 Jahren bei IBM und HP aktiv mit gestaltet. Nicht das Elektron, sondern das Photon werde als kleinste Einheit bei der Entwicklung in der Kommunikationstechnologie eine wesentliche Rolle spielen. "Die Physik hat noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft", so Birnbaum, dessen Vorfahren aus Wien stammen. Hören mit dem Gehör eines Dirigenten, Ereignisse aus der Vergangenheit abrufbereit zu haben seien Beispiele dafür, wie Computer künftig genutzt werden könnten. Quantencomputer, optische sowie biochemische Rechner, an denen bereits eifrig Forschung betrieben werde, könnten bereits ab dem Jahr 2015 als Alternative auf den Markt kommen. Die Halbleiterindustrie stünde deshalb vor einem Umbruch. "Die Chips werden schneller und kleiner, gleichzeitig steigen aber die Entwicklungskosten in schwindelerregende Höhen", sagt Birnbaum.

400 Wissenschafter von HP forschen in den vier Labors in Palo Alto (USA), Tokio (Japan), Haiffa (Israel) und Bristol (Großbritannien) an neuen Technologien. Für Forschung und Entwicklung investiert HP jährlich rund drei Milliarden Dollar (3,2 Mrd EURO/44 Mrd. S). Das entspricht rund sieben Prozent des Weltumsatzes in Höhe von 48,8 Mrd. Dollar (52,5 Mrd. EURO/722 Mrd. S), den 88.500 Mitarbeiter erwirtschafteten. In Österreich erzielte HP einen Umsatz von 5,2 Mrd. Schilling. (jake/DER STANDARD, Printausgabe 24.1.2001)