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Tokio - Der neue US-Präsident George W. Bush plant nach amtlichen Angaben aus Tokio ein rasches Gipfeltreffen mit dem japanischen Regierungschef Yoshiro Mori. Das japanische Außenministerium teilte am Mittwoch mit, Bush habe Mori angerufen und mit diesem ein Treffen zu einem "frühen Zeitpunkt" vereinbart. Der genaue Termin müsse noch vereinbart werden. Aus japanischen Regierungskreisen hieß es, mit einem Besuch Moris in Washington werde für Februar oder März gerechnet. Der Republikaner Bush, der seit Samstag im Amt ist, hatte im Wahlkampf wiederholt die Bedeutung der amerikanisch- japanischen Beziehungen betont. Beobachter erwarten, dass Bush entschiedener als sein Vorgänger Bill Clinton auf ein verstärktes militärisches Engagement Japans im asiatischen Raum dringen wird. Wer zuerst angerufen wird, ist ein Freund Nach Angaben des Außenministeriums sagte Bush zu Mori: "Sie sind unter den Regierungschefs, die ich zuerst anrufe. Dies ist ein Symbol der engen Beziehungen der USA und Japans". Bush habe angekündigt, er wolle diese Beziehungen vertiefen. Noch in dieser Woche wird der japanische Außenminminister Yohei Kono zu Beratungen mit seinem amerikanischen Kollegen Colin Powell in Washington erwartet. Aus diplomatischen Kreisen in Washington hieß es, Kono werde die Einrichtung eines gemeinsamen Expertengremiums zu Fragen der Sicherheitspolitik vorschlagen. Japan und die USA hatten ihre militärische Kooperation in den vergangenen Jahren vertieft, was die Volksrepublik China mit Sorge beobachtet. Japan und die USA beraten unter anderem über ein Raketenabwehrsystem zum Schutz von US-Soldaten und Verbündeten im asiatischen Raum, das so genannte TMD. Verteidigungsrichtlinien Japans und der USA aus dem Jahr 1999 sehen vor, dass Japan die im asiatischen Raum stationierten US-Soldaten im Notfall logistisch unterstützt. Nach Auffassung Chinas könnten die Richtlinien vor allem zur Unterstützung Taiwans interpretiert werden, das von der Volksrepublik als abtrünnige Provinz angesehen wird. (Reuters)