Illusionen, meint Wolfgang Schwarz, sollen erst beim Betrachter entstehen. Vorher, so der langjährige Modelagentur-Manager, "sollte Transparenz geschaffen werden". Nicht zuletzt im Dienste "der Mädchen". Ein wenig Selbstkritik schwingt schon mit, wenn der Chef der Agentur "Look Models International" anlässlich der heute, Donnerstagabend, im Ronacher stattfindenden Finalrunde des Gesichtersuchwettbewerbes "Look Modelsearch" betont, dass man "auf Promis in der Jury verzichtet". Zu oft hätten die persönliche Favoritinnen gepusht, "die dann international nichts gerissen" hätten. Im Sinne der von Schwarz postulierten Ehrlichkeit werden daher Agenturmenschen, die auch sonst über das Wohl und Wehe bei Castings entscheiden, befinden, welche der 43 Kandidatinnen das "Gesicht des Millenniums" wird. Vergeben werden daher keine Punkte, sondern echte Aufträge. "Garantieverträge" laut Schwarz. Die 43 Kandidatinnen aus 25 europäischen Ländern wurden aus über 35.000 potenziellen Neomodels ausgesiebt - und im Zuge einer Vorbereitungswoche in Wien - auch - ordentlich desillusioniert: "Es ruft keiner an und bittet - du musst selbst dahinter sein", konstatiert die 14-jährige Grazerin Gratia Zach ernüchtert, und die Villacherin Birgit Strozyk (19) ergänzt: "Kommentare über zu viel oder zu wenig Busen oder Po nicht persönlich zu nehmen, braucht schon eine starke Persönlichkeit." Transparenz heißt auch, eine andere Spielregel der Branche zu akzeptieren, meint die 20-jährige Münchnerin Anja Späth: "Du bist oft ein Stück Ware." (rott/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.1.2001)